Amateurfunk – immer wieder aktuell!

Vor ungefähr 30 Jahren hatte ich, nach einer extrem aktiven Zeit, dem Amateurfunk den Rücken gekehrt, um mit meiner jungen Familie mehr Kontakt zu haben. Damals war die Datenübertragung mittel “Packet Radio” mit 9600 und 19200 Baud Stand der Dinge. Die Transceiver (Sender und Empfänger in einem Gehäuse) waren recht teuer (>>1000 DM) und mit Halbleitertechnik und Hochfrequenzbauteilen vollgestopft. Die Antennen waren riesige Monster, um möglichst große Entfernungen zu überbrücken.

Die Physik hat sich inzwischen nicht geändert. Wie auch bei Lautsprechern, die laut und bassstark sein sollen und damit sehr groß sein müssen, gibt es auch bei Antennen keinen großen Unterschiede zu früher: je größer, desto besserer Empfang. Ich habe eine T2FD-Antenne für den Garten geplant, die fast alle Amateurfunk-Kurzwellenbereiche abdecken soll. Durch diese hohe Breitbandigkeit muss man leider Kompromisse in der Empfangsfeldstärke hinnehmen.

Bei den Empfängern (und Sendern) gibt es eine echte Neuigkeit: Es gibt inzwischen Empfänger, die fast keine Hochfrequenzbauteile mehr benötigen und auch nur wenig Elektronik. Es wird sogar komplett auf Bedienung am Gerät verzichtet. Die Bedienung passiert am PC oder eventuell sogar am Handy. Die Technik nennt sich SDR (Software Defined Radio) und Empfänger gibt es ab ca. 30 Euro! Ich habe ein SDR-Projekt begonnen, welches vorerst geschlossen wurde, um langfristige Tests (auch im Winter) zu machen. Die Seiten aus dem SDR-Projekt sind hier zu finden.

Dann wurde mir erst vor wenigen Tagen eine neue Technik der Verbindung mitgeteilt, die ungefähr 2018 bekannt wurde. Damit soll es möglich sein, extrem schwache Signale zu entschlüsseln und kurze Verbindungen herzustellen. Leider scheint es nur für Datenfunk gedacht zu sein, aber da muss ich mich noch genauer informieren. Die Technik nennt sich “FT8” oder auch WSJT (Weak Signal communication von John Taylor).