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Raumakustik verbessern #01

Raumakustik verbessern mit REW

02/2026

Nachdem die Anleitung zur REW-Akustikmessung abgeschlossen ist, ist mir ein echtes, praxisnahes Projekt auf meinen Arbeitstisch gekommen oder eher auf den Esstisch. Wir haben ein rechteckiges Wohnzimmer mit einer angrenzenden rechteckigen Essecke (ca. 1,3 x 2,8 m, zum Wohnzimmer problemlos erweiterbar). Hier das Schema:

   

Aus dem runden Tisch kann man einen ovalen Tisch für bis zu 10 Personen machen, der dann parallel zum Fenster steht.

Mir war es schon mehrfach aufgefallen, dass mir der Lärm schon sehr auf die Nerven ging, wenn wir mehr als zwei Gäste hatten. Dabei hatten sich die Personen ganz normal unterhalten. Aber für mich war es (altersbedingt?) schwierig Gespräche zu verfolgen, die ein paar Meter entfernt geführt wurden. Nachdem mir ins Bewusstsein kam, wie schön ruhig mein kleines Arbeitszimmer mit seinen drei selbstgebastelten Absorbern aus Steinwolle, dünner Rückwand und einem dicken, festgetackerten Stoff war, hatte ich sofort die Idee, unsere Essecke ebenfalls mit derartigen Schallschluckern auszustatten, um Echos und Reflexionen zu dämpfen.

Da die Sitzecke an das Wohnzimmer grenzt, waren hier meine Ansprüche nach gefälliger Optik höher, als in meinem Arbeitszimmer. Außerdem ist mein Vertrauen zur Unbedenklichkeit von Steinwolle in Wohnräumen nicht sehr hoch und die Preise für Steinwolle sind nicht gerade günstig. So wollte ich gerne den bekannten Schaumstoff Basotect dafür nutzen, der gute Dämpfungseigenschaften hat. Aber wo sollte der Schaumstoff platziert werden?

Vor vielen Jahren hatte ich solchen Schaumstoff schon an der Wohnzimmerwand in Richtung Schlafzimmer positioniert. Ich kannte daher schon positive und negative Eigenschaften aus der Praxis. Positiv ist die Dämpfung von Höhen und Mitten bei 3 bis 5 cm Stoffdicke. Negativ ist eine gewisse Empfindlichkeit auf Druckstellen und auf Spinnweben. Wenn man letztere nicht vorsichtig vom Stoff entfernt, bleiben Reste dauerhaft sichtbar. Mit dieser Empfindlichkeit konnte ich die Essecke nicht ohne Weiteres ausstatten. Das hätte der Schaumstoff nicht lange mitgemacht, bzw. wäre schnell zerstört oder schmutzig geworden! Ich wäre lediglich bereit, ihn als Deckenpaneele zu nutzen, bei denen man dann sehr vorsichtig die Spinnweben entfernt. (Bei uns ist es nicht schmutziger, als bei anderen Leuten. Spinnen gehören zum Landleben dazu!)

Meine momentane Ideen zur Platzierung der Akustikpaneele:
Zwei Basotect-Elemente (je 1 m x 0,5 m x 5 cm) werden an der Decke befestigt (60 €).
Ein Wandpaneel-Element (1,8 m x 0,5 m x 2 cm) wird auf der "langen" Seite in Kopfhöhe befestigt (30 €).
Ein Wandpaneel-Element (1,2 m x 0,5 m x 2 cm) wird auf der "kurzen" Seite in Kopfhöhe befestigt (30 €).
Zwei Akustik-Vorhänge (2,4 m x 1,5 m) links und rechts vom Fenster (60 €).

Mit ca. 180 Euro wäre ich also dabei! Nicht gerade ein Schnäppchen! Geht es deutlich preiswerter, wenn man DIY macht? Nach meiner Berechnung in diesem Fall nicht! Nur wenn man gewillt ist, bei großen Flächen auf einen hölzernen Unterbau mit daraufliegender Steinwolle und Billigstoff zu setzen, kann man fühlbar Geld sparen. Aber spätestens beim Kauf eines guten Akustikstoffes reduziert sich das Gesparte! Vermutlich schenke ich mir die Vorhänge. Bei einer genutzten Breite von je 50 cm dürfte der schallschluckende Effekt nicht so groß sein und 120 Euro wären gerade noch für mich ok, wenn es wirklich einen Unterschied macht. Das sollte ich vorher mit meinen selbstgebauten Elementen testen!

Im nächsten Artikel versuche ich mich daran!

vom 6. Februar 2026
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