Noch mehr Zeit zum Nachdenken

Durch Corona haben wir deutlich mehr Zeit zur Verfügung, als vorher, zumindest diejenigen, die niemanden betreuen müssen. Aber wie nutzen wir diese Zeit? In dem wir Verschwörungstheorien nachhängen, uns selber damit Angst machen und andere zum Gegner erklären? Das habe ich hinter mir. (In meiner Esoterikzeit gab es Verschwörungstheorien von Erich von Däniken oder diverse Glaubensgruppierungen, die ihre Lebenseinstellung als allein glückselig machend angesehen haben, wenn man bestimmte Voraussetzungen erfüllt hatte.) Nein – da fällt mir etwas Besseres ein!

Dieser Virus sollte allmählich dafür gesorgt haben, dass sich die meisten von uns mehr oder weniger kampflos der Situation ergeben haben, selbst wenn sie für manch einen, durch Wegfall eines geregelten Einkommens, lebensbedrohlich aussieht. Oder diejenigen, die an was auch immer ernsthaft erkrankt sind, sind möglicherweise wirklich lebensgefährlich krank.

Was bringt dann nachdenken? Es kann die Situation sogar schlimmer erscheinen lassen, als sie ist! Es kann aber auch dazu führen, sich mit Dingen zu beschäftigen, die man schon immer vor sich hergeschoben hat. Das muss nicht die Beschäftigung mit dem Thema Sterben sein, sondern ich denke eher an Themen wie „Sinn des Lebens“ mit der dazu gehörigen Lebenseinstellung.

An dieser Stelle kann ich nur subjektiv von meiner eigenen Einstellung erzählen, die sich durch die von mir gemachten Erfahrungen ergeben hat. Andere Erfahrungen ergeben andere Einstellungen, die sich aber trotzdem an manchen Stellen mit meinen überlappen oder zumindest zum Nachdenken anregen können.

Ich möchte also gerne, dass in meinem Leben alles in Ordnung ist und ich einen Lebensstandard haben darf, der mir passend erscheint. Die Grundbedürfnisse sind locker abgedeckt, aber Multimillionär zu sein, würde nur Stress machen. Was gehört noch zu einem zufriedenen und glücklichen Leben? MENSCHEN! LIEBE! Genau das ist momentan ziemlich schwierig, besonders für Alleinlebende oder Kranke, die niemand besuchen darf! Wie es denen wohl in dieser Situation gehen mag? Wenn Du jemanden kennst, ruf an!

Was wäre denn, wenn diese Personen jemanden hätten, mit dem sie sich beschäftigen oder reden könnten, ohne dabei sich und andere zu gefährden? Ja, das geht, sogar ohne Handy! Da sind wir beim Glauben, wobei ich hier vom christlichen Glauben schreibe, da ich ihn am besten kenne. Hier hat man die Chance, mit Gott oder Jesus in Kontakt zu kommen und ihm die eigenen Sorgen zu übertragen, damit er sich darum kümmert! Wer nach einiger Zeit genug Vertrauen gesammelt hat, dem wird das leicht gelingen, da er weiß, dass es funktioniert! Manchmal ist das Ergebnis zwar etwas unerwartet, aber immer zum Besten! Und wenn man das Gefühl hat, überfordert zu sein? Gib ab, was Dich überfordert oder stark belastet! Gib es Gott, der sich viel besser darum kümmern kann, als Du es je könntest!

Der Glaube ist kein Persilschein! Wer glaubt, hat genauso seine Sorgen, Probleme und Nöte, wie jemand ohne diesen Glauben! Aber wenn es zu viel wird, kann er sie an Jesus übertragen und sich damit entlasten! Ist das nicht super?!

Wer noch irgendwelche Formen oder Bedingungen der Kirche im Kopf hat, die einzuhalten wären, bevor man „gut genug für Gott“ ist: Vergiss es! Jede/r wird von Gott geliebt! Du musst keiner Vereinigung beigetreten sein! Du musst kein Gebet oder Glaubensbekenntnis kennen, um Dein wirkliches Problem vorbringen zu können. Du könntest sitzend im Jogginganzug Dein Anliegen mit Deinen eigenen Worten vorbringen und musst dazu nicht im Sonntagsanzug auf einer Kirchenbank knien! Vergiss alle Bedingungen, die Du glaubst zu kennen, um mit Gott in Kontakt zu treten! Mach es einfach so gut Du kannst!

Was man allerdings braucht, ist Vertrauen. Wie auch bei der Beziehung zwischen Menschen, ist das Vertrauen zu Gott nicht sofort da, es sei denn, man hat selber ein Wunder erlebt, was auch heute immer noch vorkommen kann. Die Beziehung zu Jesus oder zu Gott braucht vermutlich sogar mehr Zeit, als zu einem Menschen, den man besser sehen, hören und fühlen kann. Du musst also Zeit und Vertrauen investieren. Es wird nicht anders gehen. Aber das wäre es doch Wert, wenn es funktioniert, oder?

Überlege Dir also, was Du tatsächlich willst: sich zu anderen Menschen zugehörig zu fühlen, weil Du Dich vorübergehend ihrer Sache anschließt oder dauerhaft an einer Lebenseinstellung zu arbeiten, die zu Dir passt und Dich zu einem erfüllten und hoffentlich glücklichen Leben bringt? Auch dabei kannst Du Dich anderen Menschen anschließen und bist nicht von Menschen ausgeschlossen! Dafür sind wir nicht gemacht! Wir sollen lieben und geliebt werden! Und das geht am Besten, wenn man kein Einzelkämpfer ist!

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