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Erde

Bei der düngerarmen Anzuchterde darf man nicht sparen, was ich in der Chilisaison 2017 wieder einmal bestätigen konnte! Der Preisunterschied zwischen guter und billiger Erde ist minimal. Und mit 10 Litern Erde für ca. 7 Euro kommt man eine Saison lang für Chilis und Tomaten hin, wenn man nicht gerade Unmengen produziert! Für 50 Pflanzen reicht es jedenfalls, wenn man die Anzuchterde nur für die ersten Anzuchttöpfchen nutzt!

2025: In diesem Jahr scheint meine bevorzugte Anzuchterde von Compo „verbessert“ worden zu sein (Bio und torffrei). Wegen des damit verbundenen starken muffigen Geruchs während der ersten Tage ist sie nun nicht mehr als Anzuchterde im Haus geeeignet! In 2026 werde ich nach einem Ersatz suchen.

Dazu empfehlen Chilispezialisten noch Perlite und Vermeculite. Ich nutze inzwischen eine Mischung von Erde 60%, Vermeculite 15% und Perlite 25% oder falls keine Vermeculite vorhanden sind, geht auch Erde 67% mit Perlite 33% – jeweils immer Volumenprozente und nicht Gewicht! Sand soll angeblich ein preiswerter „Ersatz“ für Perlite sein, aber aus mir unbekannten Gründen (evtl. zu feiner Sand) sind bei meinen eigenen Tests mit Sand die Chilis generell sehr schlecht gewachsen.  Monate nach dem Umtopfen konnte ich beobachten, dass zu viel Sand die Pflanze und besonders die Blätter, sehr schlapp werden lässt! Von daher (und auch wegen vermehrter Moos- und Schimmelbildung) kann ich Sand nicht empfehlen und empfehle stattdessen Perlite oder auch zusätzlich Vermiculite, die inzwischen sogar in kleinen Mengen beschaffbar sind! (10 Liter für ca. 5 Euro.) Wer das nicht möchte, nimmt einfach nur die gute Anzuchterde!

Zum Abtöten eventuell vorhandener Keime wird die gesiebte Erde (ohne Perlite) 2 bis 3 Minuten bei ca. 600 Watt in der Mikrowelle erhitzt. Schimmel- und Moosbefall verhindert man damit allerdings nicht. Selbst Mini-Fliegenlarven scheinen nicht komplett zu sterben.

Wenn die Keimlinge dem Zimmergewächshaus entwachsen sind, gibt man sie in 7x7cm-Töpfchen (oder 8x8cm). Da sie nun keine Heizmatte mehr bekommen und ihr Wachstum dadurch stark verringert wird, bekommen sie Blumen- oder Pflanzenerde, die ein wenig Dünger enthält. Lediglich auf die Oberfläche gibt man etwas geruchsdämmende Anzuchterde.

Ende Mai ist in Nord-Deutschland die richtige Zeit, die 15 bis 30 cm hohen Pflanzen aus den 7x7cm-Töpfchen in größere Töpfe (15 bis 40 cm Durchmesser) mit Abflussmöglichkeit für überschüssiges Wasser umzusetzen. Dann wird lockere, leicht gedüngte Pflanzerde genutzt, die man vorher durch Sieben von groben Stücken befreien kann.  Auch hier schaden Perlite oder Vermeculite keinesfalls! Manch einer gibt unten feines Granulat in den Topf gegen Staunässe. Ich verzichte darauf, da es bei mir nicht viel genutzt hatte. Gedüngt wird anfangs noch nicht, da in dieser Erde bereits etwas Dünger enthalten ist. Nach vier Wochen wird dann die Zugabe von Dünger empfohlen, was man aber lieber im entsprechenden Kapitel „Dünger“ nachlesen sollte. Auch hier hat sich Sand bei mir wieder als negativ für die Gesundheit der Pflanze erwiesen.


In Kurzform:

Die gute Kräuteranzuchterde wird zuerst gesiebt, dann drei Minuten in der Mikrowelle bei 650 Watt entkeimt. Anschließend wird sie im Verhältnis 60% Erde, 25% Perlite und 15% Vermeculite gemischt und kann dann in die Anzuchtplatte gefüllt werden.

Die 7x7cm-Töpfchen bekommen später (evtl. gesiebte) Blumen- oder Pflanzerde und etwas Anzuchterde oben darauf als Geruchschutz.

Für die Pflanzerde und die endgültigen Töpfe habe ich kein solches Rezept. Manche halten Tonkugeln als unterste Schicht für sinnvoll. Wichtig wäre noch ein möglichst großer Topf, besonders für große Pflanzen!

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