Rum-Tastings 2015 #3

 

Die Reihenfolge der Bewertung nach Schulnoten: Süße, Milde, Würze, Frucht.
Tasting 02. und 04.10.2015:

Um meinen Eintrag des Millonario XO Reserva Especial 40% zu aktualisieren, habe ich noch einmal das Tastingpack Premium Plus 1 gekauft, mit dem ich 2014 schon meine Tests gemacht hatte. Ich habe dann den Geschmack minimal korrigiert: 2, 2, 4, 2. Die 2014 empfundene Leichtigkeit (Sommerrum) konnte ich jetzt nicht so empfinden und habe das in der Note für Milde eingebracht. Im ersten Moment hätte ich auf einen Riise getippt, weil er denen sehr ähnlich ist, bei etwas weniger Süße. Aber doch sehr gut zu trinken!

An der Geschmacksbewertung  des Ron Exquisito 1985 Rum 40% von 2014 gab es nichts zu verändern: 1, 3, 3, 2. Auch dieser ist gut trinkbar!

Neu war dann der Mombacho 19 Jahre 43% aus Nicaragua. Für einen 19 Jahre alten Rum hatte er doch einen ausgeprägten Alkoholanteil, was sich durch eine geringe Milde bemerkbar gemacht hatte. Die anderen Werte waren durchaus nach meinem Geschmack, aber es reicht nicht um in meine Lieblingsliste zu kommen. Meine Noten: 2, 4, 3, 3.

Ron Caney 12 Jahre 38% aus Kuba hatte mit seinem geringen Alter bei mir kaum eine Chance. So verwundert dann nicht meine folgende Bewertung: 3, 4, 4, 4. Auf Deutsch: Auf Grund des Alters recht „alkoholisch“ und somit nicht milde. Außerdem kaum süß, kaum fruchtig und viel Würze.

Die beiden nächsten Rumsorten hatte ich bereits im Silvestertasting 2014 getestet und so gab es kaum Überraschungen.
Der Appleton Estate 21 Jahre Rum 43% (4, 3, 1, 5) war so, wie bereits getestet, nur musste ich die Milde etwas verringern. Gegenüber dem vorhergehenden Rum war dieser noch würziger, was für mich in Richtung Medizin geht!

Dagegen war der El Dorado Rum 21 Jahre 43% (3, 3, 2, 4) schon fast süßlich zu nennen, auch wenn mir immer noch zu viel Würze und zu wenig Frucht enthalten war. Somit wurde meine alte Benotung geringfügig korrigiert. Die letzten drei Sorten sind also gar nicht mein Fall!

A. H. Riise - Danish Navy RumUm mir endlich etwas Gutes zu gönnen gab es als Abschluss noch einen Schluck aus meiner erstmalig bestellten und gelieferten Flasche von A. H. Riise Danish Navy Rum 40%. Nicht umsonst gehört er zu meinen zwei liebsten Rumsorten! Die Noten: 1, 2, 4, 2. Das ist von meiner Lieblingsbewertung von 3, 2, 4, 2 nicht weit entfernt!


Tasting 06.11.2015

GlasflascheFür Weihnachten sollte es nun endlich ein Leckerli werden, der meine tolle Glasflasche verdient hätte. Der Zacapa Negra oder der Riise Navy wären schon recht gut, aber ich wusste von meinen Tastings: Da geht noch mehr! Zumindest wenn man gewillt ist, mehr als 50 Euro pro Flasche auszugeben!

So habe ich mir ein weiteres Sechserpack gegönnt:

Den „Ron Centenario Fundacion Solera“ hatte ich schon als interessanten Kandidaten kennengelernt und so sind mögliche Kandidaten aus diesem Pack der 25 und der 30 jährige Rum.

Ich habe meinen Geschmack wieder mit dem Zacapa Negra „geeicht“ und bin dann mit dem 12-jährigen angefangen und habe mich zu den jüngeren Sorten vorgearbeitet.

Ron-Centenario-TastingRon Centenario Gran Legado 12 Jahre 40% war also der erste aus dem Six-Pack. Zuerst dachte ich „Gar nicht so schlecht – wozu gibt es denn die alten Sorten?“ Aber kurz darauf kam eine Welle Sprit, also Alkoholgeschmack. Schade, aber auch nicht verwunderlich. Auf jeden Fall wurde klar, dass die alten Sorten etwas Gutes sein müssen! Meine Noten (Süße, Milde, Würze, Frucht): 2, 4, 2, 4.

Die Nummer zwei: Ron Centenario Conmemorativo 9 Jahre 40%. Woher die phantasievollen Namen stammen, weiß ich nicht, aber dem Geschmack sind die Namen egal. Der 9-jährige war erwartungsgemäß ähnlich dem 12-jährigen, aber noch leicht spritiger und wilder. Meine Einschätzung: 3, 4, 2, 4.

Somit wurde der jüngere Ron Centenario Anejo Especial 7 Jahre 40% schon fast widerwillig probiert! Und so kam es wie erwartet, noch einen Hauch unreifer (aber trotzdem nicht wirklich schlecht)! Die gleichen Noten: 3, 4, 2, 4.

Auch wenn die jungen Sorten nicht so lecker sind wie manch ältere Sorten meiner „Lieblinge“, ist doch zu schmecken, dass bei entsprechendem Alter (Reife) ein hervorragender Rum herauskommen kann! Meinen ungeliebten Geschmack, den ich in einem früheren Tasting beim 20-jährigen festgestellt hatte, war bisher nicht aufgetreten.

Nach einer längeren Pause mit Wasser und etwas (geschmacksneutralem) zum Essen ging es dann mit den alten Sorten weiter! Das wird lecker!

Der Ron Centenario Fundacion 20 Jahre Solera Rum 40% war da schon ein anderes Kaliber! Der kommt in meine Liste der Lieblinge! Süßer als der Negra und trotzdem nicht uninteressant! Ein bisschen komplexer und es wäre mein Traum! Meine Noten: 2, 3, 4, 3.

Nun war ich auf die beiden letzten Sorten gespannt! Konnten die den noch fehlenden Geschmacksanteil liefern? Tatsächlich gab es beim 25-jährigen schon ein Aha-Erlebnis! Das ist genau mein Rum! Name: Ron Centenario Gran Reserva 25 Jahre 40%. Klar, es geht immer noch ein winziges bisschen besser. Auch dieser Rum könnte noch einen Hauch mehr an verschiedensten Geschmacksnuancen bieten, aber bevor man sich schlagen lässt…
Meine Noten, die aber das gute Ergebnis nicht wirklich widerspiegeln können: 2, 2, 3, 3.

Vor der letzten Probe erhöht sich der Pulsschlag, weil der Geschmack theoretisch noch interessanter und auch leckerer werden müsste! Noch einmal tief durchatmen und dann geht es los, bevor ich nach den bereits sechs Sorten einschlummere.

Der Ron Centenario Edicion Limitada 30 Jahre 40% musste also zeigen, was in ihm steckt! Der 25-jährige hätte mir gereicht. Das wäre gut genug für die obige Glasflasche, aber der 30er setzt doch glatt noch das Sahnehäubchen oben drauf! Was soll ich tun? Der ist tatsächlich noch „besser“. Er ist fast identisch zum 25-jährigen, hat aber tatsächlich noch ein paar Geschmacksnuancen mehr! Und die passen so gut dazu! Erstmal die Noten, bevor ich mir eine Entscheidung abringe: 2, 2, 3, 3. Der Unterschied zum 25-jährigen lässt sich in diesen vier Noten einfach nicht mehr darstellen und daher sind sie gleich! – Ich hatte Ende Februar das Tasting komplett wiederholt und würde dem 30 jährigen gerne eine „bessere“ Note geben, was mir aber mit meinem Notensystem nicht möglich ist. Der Unterschied zum 25 jährigen ist durchaus erfahrbar, aber ob es den fast doppelten Preis Wert ist, muss jeder für sich selber entscheiden. Für unter 100 Euro würde ich jedenfalls sofort zuschlagen!

Dummerweise hatte ich mir auch noch den Opthimus-Rum-Whisky bestellt, um ihn in die Entscheidung mit einzubeziehen. Den musste ich nun auch noch probieren! Nicht empfehlenswert 8 Rumsorten an einem Abend zu probieren, selbst wenn es immer nur 1 cl war!

Welch ein Unterschied! Der Opthimus, den ich in der Whiskyvariante als SUPER eingeschätzt hatte, war im Vergleich zu den beiden letzten Centenarios um Längen „schlechter“. Erklärbar ist dieser Geschmackswandel durch die doch recht starke Süße der Centenarios. Die dürfte nur etwas unter der Süße der Riise-Rums liegen! Da schmeckt ein weniger süßer Rum natürlich nicht mehr! Trotz dieser Erklärung ist der Opthimus ausgeschieden.

Ich hätte also gerne den 30-jährigen Ron Centenario. Aber letztendlich ist der Preis ein wichtiges Entscheidungskriterium!


Weihnachtstasting 2015 nur mit Ron Centenario Gran Reserva 25 Jahre 40%

Ron Centenario Gran Reserva 25 JahreAuch wenn es den dreißigjährigen Ron Centenario vor Weihnachten um fast 20 Euro herabgesetzt zu kaufen gab, war meine Entscheidung mit dem 25 jährigen klar und so wurde er mir zu Weihnachten als Geschenk präsentiert. Bei solch leckeren Dingen kann ich nicht lange Nein-sagen und so wurde kurz vor dem Schlafengehen ein Mini-Tasting nur mit dieser Sorte gemacht.

Oh Schreck – der schmeckt ja fast medizinisch! Was ist da los?
Eine kleine Geschmacksverirrung meinerseits! Schon der zweite Schluck zauberte ein Lächeln auf mein altes Gesicht! ?
Der dritte und vierte Schluck mussten dann klären, ob er sich den zweiten Platz meiner persönlichen Bewertung verdient hat!

Eine schwere Entscheidung!

Eine sehr schwere Entscheidung!

Nein, dann doch lieber den Riise Navy! Aber der dritte Platz ist mehr als verdient und an manchen Tagen vielleicht sogar zu niedrig! Der 30 jährige wäre eher die Nummer eins oder zwei geworden!

Am 03.01.2016 gehe ich sogar noch weiter! Es gibt zwei erste Plätze, je nach persönlichem Befinden:

Der Ron Zacapa Negra und der Riise Danish Navy teilen sich den ersten Platz!

Damit bleibt es bei meiner Entscheidung:

Der Ron Zacapa Negra und der Riise Danish Navy decken meinen Bedarf an Rum ab!


Whisky und Rum sind damit klar. Wein und Bier ist mir zu vielschichtig. Welches Getränk wird als Nächstes getastet? Rumlikör?

Noch nicht! Vorher habe ich noch einen Tipp loszuwerden:
Wer den Riise gekauft hat, ihn zu süß findet und Whisky mag, der sollte mal experimentieren und den Riise mit Whisky mischen! Bei einem Verhältnis von deutlich unter 50 % Whisky dürfen es preiswertere Sorten sein (beispielsweise 12 Jahre alt). Wer aber mehr als 50 % Whisky mit dem Riise mischen möchte, dem rate ich zu ebenso altem Whisky, mindestens aber 18 Jahre alt und nach meinem Geschmack nicht rauchig. Dann schmeckt es so richtig gut!

Und wie immer ganz wichtig: bewusst und in Maßen genießen!

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