SDR-Software für Remotebetrieb
06/2026
Zuerst möchte ich eine Lanze für die vielen Programmierer brechen, die die Ergebnisse ihrer Arbeit anderen kostenlos zur Verfügung stellen! Das bitte ich auch dann zu beachten, wenn ich weiter unten eines der erwähnten Programme den anderen vorziehe! Und wenn man schon nicht die zig oder hunderte von Stunden an Arbeitszeit bezahlen kann, so sollte man wenigstens seine Anerkennung durch eine Spende zeigen!
Ich hatte im Juni 2026 einen alten Transceiver mit CAT-Schnittstelle (YAESU FT-757GC II) gebraucht gekauft und wollte es nun ermöglichen, diesen Transceiver (im Radio-Shack = Funkbude) vom Wohnzimmer aus zu steuern. Dabei ging es mir hauptsächlich um den Empfang. Da der Transceiver mit seinen 40 Jahren nicht mehr ganz aktuell war, gab es kaum frei erhältliche Programme zum Steuern des Gerätes und ich hatte auch noch zu lösen, wie ich den Sound ins Wohnzimmer und die Befehle in die CAT-Schnittstelle leite. Ein Umsetzer von CAT auf USB gab es zwar noch zu kaufen, aber ein Kabel vom Wohnzimmer ins Shack zu legen kam für mich nicht in Frage. Eine Lösung über LAN oder WLAN wäre schwierig und teuer geworden und das Programmieren wäre auch nicht „mal eben schnell“ erledigt gewesen!
Durch die SDR-Technik hatte ich das Bild liebgewonnen, wo man auf einen Blick sehen konnte, auf welcher Frequenz Signale und in welcher Stärke zu hören waren. Das möchte ich nicht mehr missen, obwohl ich auch den Drehknopf am Transceiver mag, um „über die Frequenzen zu drehen“! ![]()
Meine Lösung: SDR-Empfang im Wohnzimmer über WLAN.
Im Wohnzimmer gibt es somit lediglich den Empfang über SDR und bei Bedarf wird ins Shack gewechselt, um mit der gehörten Station Kontakt aufzunehmen, also um zu senden.
Ich hatte bereits eine solche Lösung mittels eines Raspberrys am Laufen, an dem der SDR-Empfänger (RSP1A) per USB angeschlossen war. Der Raspberry hatte die Bedienung mittels OpenWebRX+ auf einer Webseite zur Verfügung gestellt, auf die ich per WLAN aus dem Wohnzimmer zugreifen konnte. Diese Lösung war durchaus in Ordnung und auch recht stabil, aber ich hatte Programme gesehen, die mir besser gefallen hatten. Besonders die Qualität des Audiosignals war für mich verbesserungswürdig. Mit einem anderen Programm auf einem Zweit-PC klang es wesentlich besser, fast wie bei meinem Transceiver.
Bei dieser Gelegenheit habe ich dann folgende Programme kurz ausprobiert:
HDSDR, OpenWebRX, OpenWebRX+, SDRConnect, SDRConsole, SDRuno, Server Manager.
Wie schon geschrieben: Hochachtung vor allen Programmierern!
Wer ebenfalls auf der Suche nach „seinem“ SDR-Programm ist, sollte unbedingt selber testen, wobei darauf zu achten ist, dass nicht jedes Programm jeden Empfänger unterstützt! Das ist auch einer der Gründe, warum hier einige kostenlose Programme in der Aufzählung fehlen. Also unbedingt selber nach dem für dich passenden SDR-Programm suchen!
Außerdem kann nicht jedes dieser Programme FT8-Signale dekodieren, was für mich wichtig ist, um die Ausbreitungsbedingungen besser einschätzen zu können. Dazu war es bei manchen Programmen nötig, zum Dekodieren das Programm „WSJT-X“ und als virtuellen Audio-Treiber „VB-Cable“ zu installieren. Letzteres Programm leitet bei richtiger Konfiguration das Ausgangs-Audiosignal des SDR-Programms um in ein Programm zu Dekodieren des FT8-Signals und sorgt dann für Ruhe aus dem Lautsprecher.
Die vermutlich einfachste Lösung, den PC im Shack einfach per Ferne zu bedienen, ist nur Plan B geworden, nachdem RDP als Fernbedienung ausschied. Mit RDP wurden nämlich die virtuellen Audio-Treiber für den FT8-Empfang auf dem PC im Shack ausgeblendet!
Der Plan A war nun, mittels eines Mini-PCs oder eines Raspberrys im Shack den SDR-Empfänger per USB zu bedienen und per LAN und eines Treibers „rtl_tcp“ von einem Laptop im Wohnzimmer darauf zuzugreifen. Auf diesem Laptop wäre dann eines der oben genannten SDR-Programme installiert und stände mit seinem vollen Funktionsumfang zur Verfügung.
Trotz unsäglicher Werbung auf der Webseite und schwieriger Suche nach einem Download des gewünschten Programms hatte ich mich für „SDRConsole“ entschieden. Nachdem diese Entscheidung gefallen war, wurde nach der Möglichkeit gesucht, mittels rtl_tcp die Verbindung zwischen Wohnzimmer und Shack hinzubekommen. Dabei bin ich dann plötzlich über die Webseite des „Server Manager“ des gleichen Programmierers gestolpert, der die gleiche Oberfläche hatte und mir ebenfalls gut gefiel, besonders, da er schon die Möglichkeit einer Verbindung über LAN mitbrachte! Ich habe dann den html-Code der Webseite auseinandergenommen, um den zugehörigen Download-Link zu finden – vergeblich! Nicht einmal die Möglichkeit einer Bezahlversion wurde gefunden!
Etwas enttäuscht bin ich zurück an die „SDRConsole“ gegangen und habe wieder versucht, „rtl_tcp“ einzubinden. Plötzlich sprangen mir in der Oberfläche der „SDRConsole“ in „Tools“ die Worte „Server Manager“ entgegen! Wow! Das war’s! Der „Server Manager“ ist Bestandteil der „SDRConsole“! Und er kann mehr als nur eine Remote-Verbindung zurzeit haben. Allerdings muss immer die SDRConsole zur Steuerung des Empfangs auf dem Client-PC laufen!
Ab jetzt war alles klar! Das Teil musste zum Fliegen gebracht werden!
Sehr viele Minuten und einige Flüche später war es dann endlich geschafft:
Auf dem Mini-PC im Shack läuft nun ein Dienst gleich nach dem Hochfahren von Windows (auch ohne Anmeldung), der einerseits den SDR-Empfänger per USB ansteuert und andererseits Anfragen des Programms „SDRConsole“ von meinem Laptop bedient! Ein Hoch auf den Programmierer!
Bei der Bedienung der „SDRConsole“ ist, wie auch bei anderen Programmen, nicht immer alles sofort intuitiv bedienbar und eine Anleitung habe ich nicht gefunden, aber irgendwie gelangt man mittels Suchmaschinen meistens zum Ziel.
Dann wurden noch „VB-Cable“ und „WSJT-X“ installiert und konfiguriert und schon funktionierte auch FT8! Das bedeutet aber auch: Die Magnetic Loop wird so schnell nicht abgebaut!
Sicherlich hat jeder Nutzer seine eigenen Wünsche und mir fallen die folgenden Dinge ein, die man noch einbauen könnte, wobei ich momentan vielleicht noch nicht alles entdeckt habe:
a) WSJT-X,
b) ein Dropdown-Menü für den Bandwechsel (10m in 600kHz-Abschnitten),
c) Band-Lupe mit Vergrößern und Verkleinern des Frequenzbereichs,
d) alle Einstellungen speichern, laden, Werkseinstellungen,
e) eine Rauschunterdrückung, der man aktuelles Rauschen vorgibt, was dann herausgefiltert wird,
f) die Hilfe (auf der Webseite) optimieren, statt der noch nicht gefundenen Anleitung,
g) wenn finanziell möglich, den Download durch weniger Werbung auf der Webseite erkennbarer machen.
Für mich hat sich die Arbeit, mich durch die Werbung der Webseite zu wühlen, gelohnt!
Ein paar Tassen Kaffee sind auf dem Weg zum Programmierer nach England!
Oben das Programm „SDRConsole“ und unten das von mir kaum getestete „WSJT-X“ über das unsichtbare „VB-Cable“. Auch deren Programmierer haben sich eine Tasse Kaffee verdient!

