Tastings 2017


Spezial-Tasting 2017

Ein recht neuer Freund von mir hat doch die Frechheit gehabt zu behaupten, dass er keinen Rum mag! Das geht gar nicht!

Da er aus dem Whiskylager kommt, wie ich ursprünglich auch, hatte ich aber Verständnis für ihn und wollte überprüfen, wie sensibel sein Geschmack denn wirklich ist. Schmeckt er den Unterschied zwischen Rum und Whiky in jedem Fall heraus?

Ich habe für diesen Test ein paar meiner Lieblinge zusammengestellt, wobei meine Whiskyauswahl sehr klein war:

Spezial-Tasting Oktober 2017Von links nach rechts:

Glenfarclas 1993 – Oloroso Sherry Cask – ca. 20 Jahre alt, Aberlour a’Bunadh – keine Altersangabe, Knockando (nicht in Originalflasche) – 12 Jahre, Ron Quorhum – 15 Jahre, Ron Zacapa Centenario Sistema 23 Solera – 23 Jahre, Ron Zacapa Edicion Negra – 23 Jahre, Riise Danish Navy Rum – 20 Jahre.

Zu den Sorten

Glenfarclas war einer meiner ersten Whiskys. Dieser allerdings ist schon ein Highlight wegen seines Alters und wegen der Oloroso Sherry Fässer, in denen er Zeit verbringen durfte. Trotz dieser positiven Punkte gehört er nicht unbedingt zu den besten Whiskys. Geschmackssache eben!

Aberlour ist generell ein verhältnismäßig „süßer“ Whisky, aber der Aberlour a’Bunadh legt noch ganz gewaltig einen oben drauf! Das Alter wurde früher zwischen 10 bis 15 angegeben, aber es wird gemunkelt, dass es jetzt niedriger ausfällt. Wie auch immer. Dieser Whisky ist derjenige Whisky, den ich als Whisky-Abtrünniger inzwischen am liebsten mag! Da sich in den Flaschen immer um die 60% Alkohol tummeln, sind sie sehr teuer. Außerdem sollte man etwas verdünnen, was ich hier auch getan habe.

Knockando wurde mir geschenkt und von mir kaum beachtet, weil es ein „stinknormaler“ Scotch ist. Aber dann hatte ich mir einen Rum-Vanille-Likör gegönnt, der extrem süß war und da bekam der Knockando seine Chance. Er hat sie genutzt! Auch wenn es fast schon abartig klingt, hat die Mischung nicht nur mir gut geschmeckt! Bei diesem Tasting hatte ich allerdings keinen Rum-Likör und so habe ich den Knockando mit dem folgenden Rum gemischt. Das war sicherlich eine Gemeinheit für diesen Test, wo man doch sagen soll, ob es sich um Rum oder Whisky handelt!

Quorhum ist eine nicht so bekannte Rumsorte, aber er hatte gute Bewertungen, weshalb ich ihn gekauft hatte. Da er mir als erster Rum einfiel, den ich zum Mischen mit Whisky nutzen könnte, sagt das etwas über seine von mir subjektiv eingeschätzte Qualität aus! Mit anderen Worten: Ich trinke lieber anderen Rum!

Ron Zacapa Solera ist einer dieser anderen Rumsorten! Das ist aus meiner Sicht genau die Sorte für Whiskyumsteiger! Es ist ein komplexer und nicht sehr süßer Rum. Wirklich seht ordentlich und noch deutlich unter 50 Euro zu bekommen. Für ein Alter von 23 Jahren und bei dem guten Geschmack kann man nicht meckern!

Ron Zacapa Negra ist ebenso alt, wie der gerade genannte Solera und schmeckt noch besser, da noch komplexer und einen Hauch süßer, was leider in den letzten Jahren zu einem sehr deutlichen Preisanstieg geführt hat. Echt schade! Dieser Rum ist einer meiner beiden Lieblingsrumsorten!

Riise Navy ist die andere der beiden Lieblingsrumsorten! Je nach Stimmung, ob mir mehr nach weniger süßem oder sehr süßem Rum ist, kommt einer der beiden letztgenannten ins Spiel! Süß und doch komplex – so empfinde ich diesen Rum!

Für die Dame des Hauses sollte es aber auch etwas Leckeres geben und so habe ich mir diesen Rum-Cream-Caramell-Likör von Riise ausgesucht:

Riise Cream-Caramell-Likör

So etwas Leckeres hat die Welt noch nicht gesehen! Das schmeckt auch Männern! 😛

(Ob mein Freund nun die Anzahl der Whisky- und Rumsorten erraten hat, wird nicht verraten!)


Mini-Weihnachtstasting 2017

Ron Centenario 30 Edicion Limitada

Ron Zacapa Solera und Negra

Eigentlich kann man es kaum ein Tasting nennen, da es mir nur um eine Sorte ging, aber natürlich wurde sie mit anderen verglichen. Außerdem hatte ich die Sorte in meinem Zacapa-Tasting im November 2015 bereits getestet. Aber in den 2cl-Probierfläschchen ist sooo elendig wenig drin! 😳

Im Frühjahr hatte ich eine 0,7 Liter Flasche Ron Centenario Edicion Limitada 30 Jahre 40% für 100 Euro geschossen, die sonst bei 130 – 140 Euro liegt. Die war nun dran! (Foto links)

Verglichen wurde mit dem, was aus dem Weihnachtstasting von 2016 vorhanden war:

Ron Centenario Fundacion 20 Jahre Solera Rum 40% und Ron Zacapa Etiqueta Negra 23 43%. (Foto rechts)

Der recht neutrale Solera durfte den Anfang machen. Ein wirklich guter Tropfen, der einen durch verhältnismäßig wenig Süße fast vergessen lässt, dass es ein Rum ist. Der Negra ist spürbar gehaltvoller und eine Spur süßer, aber leider in den letzten Jahren auch deutlich im Preis angestiegen. Der 30 Jahre alte Rum war das Sahnehäubchen! Ein Optimum an Vielfältigkeit, gepaart mit „ehrwürdigem“ Alter und noch etwas mehr Süße ist vermutlich nicht mehr zu toppen! Wem der Aufpreis vom Solera zum Negra die Sache Wert ist, der sollte sich auch einmal im Leben wenigstens den Aufpreis vom Negra zum 30-jährigen Zacapa gönnen! Und das, solange es noch finanziell machbar ist!

So etwas Leckeres!

Für meinen Geschmack ist mir der Negra wegen der geringeren Süße allerding lieber!  😳
Ansonsten sollte auch der Negra für ein wahnsinnig tolles Geschmackserlebnis gut sein! Zuschlagen, solange sein Preis noch zweistellig ist!!!

Wenn es um Süße und Qualität geht, darf allerdings Riise nicht fehlen und so wird es 2018 noch einen Vergleich mit diesem 30-jährigen, dem Danish Navy und dem „Non Plus Ultra“ (beides Riise) geben. Das Problem: Der N.P.U. kostet rund 100 Euro! 😥