Videoüberwachung mit dem Raspberry Pi


Allgemeines

Im Rahmen einer neuen Alarmanlage gab es den Punkt, Bereiche innerhalb und außerhalb des Hauses mit Kameras zu überwachen. Weil ich bei Linux nie der große Spezialist war, sondern immer auf Unterstützung von anderen angewiesen bin, versuche ich immer gängige Software einzusetzen. So kam es zu der Entscheidung für die Videoüberwachung „MotionEyesOS“ einzusetzen. Bisher habe ich leider keine komplette deutschsprachige Anleitung und keine englischsprachige Anleitung als ein einziges Dokument gefunden, aber vieles lässt sich intuitiv bedienen. Ein riesiges Problem war allerdings der Verbindungslink zu einer Netzwerkkamera (mehrere Stunden Recherche), aber dazu später mehr.

Die Entscheidung, ob ich eine relativ preiswerte IP-Kamera für unter 100 Euro oder einen einfachen Raspberry (Zero) mit PiCam kaufe, ist zugunsten der IP-Kameras gefallen. Preislich ist es ungefähr gleich, wobei ich beim Raspi flexibler bin, aber mich auch um Infrarot-LEDs für die Nachtsicht kümmern müsste. Dafür ist bei der IP-CAM alles fix und fertig. Dass bei der genutzten Sorte keinerlei Webansicht funktioniert ist relativ egal, da ich diese hoffentlich mit dem Raspi hinbekomme.

Ich werde im Endausbau zwischen 4 bis 8 Kameras aktiv haben. Aktuell arbeite ich in der Testphase mit einem Raspi 2B+ und zwei IP-Cams.

Mit dem folgenden Suchbegriff habe ich einige Übereinstimmungen mit meinem Projekt gefunden: „Überwachungskamera mit dem Raspberry ganz einfach“. Als Grundlage reicht das. Das Hinzufügen von IP-CAMs mittels des passenden Verbindungslink ist zwar nicht enthalten, ist aber sowieso Glückssache.

 

Installation und Konfiguration von MotionEyeOS

Das Image für den Raspi findet man hier: https://github.com/ccrisan/motioneyeos/releases

Ich gehe davon aus, dass bekannt ist, wie man ein Image für den Raspi auf eine SD-Karte bekommt und mache an der Stelle danach weiter. Ansonsten gibt es hier eine fast aktuelle Doku.

Voraussetzungen: Ich nutze testweise einen Raspi 2B+ mit MotionEyeOS auf einer SD-Karte (4 GB oder größer), LAN-Verbindung ins Internet und zu zwei IP-Cams. Die Netzwerkadresse wird an einen am Raspi angeschlossenen Monitor angezeigt. Eine Tastatur wird am Raspi nicht genutzt, da das Layout nicht deutsch ist und es keine so einfache Möglichkeit wie „raspi-config“ gibt, um die Regionseinstellungen zu korrigieren.

Der Raspi wird nun mit eingelegter und vorbereiteter SD-Karte gestartet. Wenn nach knapp einer Minute das „login:“ auf dem Monitor zu sehen ist, geht es am PC weiter. Die am Raspi-Monitor angezeigte IP-Adresse (“Interface eth0 has IP address x.x.x.x”) wird nun am PC im Browser verwendet. Glücklicherweise ist alles so ausgelegt, dass man mittels Browser fast alle möglichen Einstellungen machen kann.

Dazu gibt man folgendes in die Adresszeile des Browsers ein:
http://<IP-Adresse des Raspi>
Beispiel: http://192.168.1.2

So sollte es dann ungefähr aussehen, wenn eine vorhandene PiCam (mit Blickrichtung Monitor) erkannt werden würde, ohne dass ich etwas getan hätte:


Man meldet sich mit den Standardanmeldeinformationen an:

Username: admin
Passwort:

Ohne angeschlossene PICAM erscheint dieses Bild:

Nun klickt man auf die drei waagerechten Striche (=settings):

Es erscheint dieses Bild:

Zuerst: In General settings werden Passworte für den Admin und für den User eingegeben. Das Passwort GUT MERKEN!

Dann kann man noch die Zeilen- und Spaltenanzahl der auf einem Bild zu sehenden Kamerabilder einstellen. Da ich zuerst maximal 4 Kameras betreiben möchte, stelle ich sowohl Columns, wie auch Rows, auf 2 ein.

Mit Apply (oben rechts in orange) wird ohne weitere Nachfrage bestätigt. Wegen des geänderten Passworts man wird sofort abgemeldet! Nun hat man die Chance sich als Admin mit dem gerade eingegebenen Passwort anzumelden. Nun macht man seine IP-CAM funktionsfähig und ruft wieder die Settings auf. Lange habe ich gesucht, wie man eine (weitere) Kamera hinzufügen kann und es war so einfach: ☹

Es soll meine IP-Cam werden:

Da ich nicht alle Geheimnisse verraten möchte, ist von Zeit zu Zeit etwas unleserlich gemacht, was aber keinen Einfluss auf das Verständnis haben sollte. Die hier genutzte Url ist extrem modellabhängig, so dass nur jemand mit dem gleichen Kameramodell etwas damit anfangen könnte. Alle anderen müssen suchen! Welche Logik hinter dem Link steckt, kann ich nicht beantworten. Möglicherweise hilft ein Programm namens „ONVIF Device Manager“, was ich aber nicht getestet habe. Ich habe mich durch Anleitungen zu meiner IP-Cam und Webseiten gewühlt, um irgendwann zu dem Ergebnis zu kommen. Bei einem falschen Link bekommt man einfach kein Bild! Wieder einmal ist es sinnvoll nichts Exotisches zu haben, sondern ein gängiges Modell! – Wenn man die Url richtig eingegeben hat, wird sofort der Kameratyp in „Camera“ angezeigt! – Username und Password der Kamera muss natürlich noch eingegeben werden, wenn alles funktionieren soll!

Kaum hat man es richtig gemacht, ist folgendes Bild zu sehen:

Die Einstellungen die nun folgen, sind eher Optimierungen und da bin ich selber noch nicht am Ende!