Kiosk-Modus


Kiosk-Browser für eine Überwachungskamera

Unter Jessie geht es angeblich nur mit Tricks, Chromium zu betreiben. Ich dachte, dass meine Raspi-Erfahrung dafür ausreichen würde, aber ich habe mich getäuscht! Im Prinzip lädt man sich ein paar Pakete per wget herunter und baut daraus mittels dpkg ein auf dem Raspberry laufendes Produkt. Bei Jessie-Light: keine Chance für mich es zum Laufen zu bekommen! Deshalb habe ich nach einem weiteren Browser für den Kioskmodus gesucht. Der Midori wurde mein nächster Kandidat. Den Befehl “xinit” kannte er leider nicht, so dass ich mich gezwungen sah, von Jessie Lite auf die Jessie “Vollversion” umzusteigen.

Als ich dann einmal die GUI geöffnet hatte, was sehe ich da?! Chromium ist auf der Vollversion von Jessie bereits installiert! Jetzt steht eine Entscheidung an: Chromium oder Midori? Chromium wurde sehr gelobt, braucht aber ewig lange, um die Einstiegsseite der Webcam anzuzeigen. Noch länger dauert die Umstellung auf Englisch, die ich nach einer Minute abbreche. Beim Versuch den “Mobile view” der Kamera anzuzeigen, braucht er dann fast zwei Minuten! Dieser Chromium ist für den Raspi B+ absolut ungeeignet, egal, welche Vorteile er bietet! Selbst ohne irgendeine Webseite anzuzeigen, zieht er bereits eine Last von dauerhaft 100%! Der Midori pendelt sich beim sogenannten “Mobile view” der Kamera bei rund 80% ein, was zwar auch recht viel ist, aber noch kleine Reserven überlässt. Also weiter mit Midori!

Hier der originale Link, mit dessen Hilfe ich die Sache zum Laufen bekommen hatte:
maker-tutorials.com/autostart-midori-browser-vollbild-kiosk-mode-via-konsole-ohne-desktop

Im Schnelldurchgang meine Tätigkeiten:

1. Erstellen der SD-Karte mittels WIN32DiskImager und der Vollversion von Raspbian Jessie.
2. Nach dem Starten des Desktops öffnet man ein Terminalfenster und gibt “sudo raspi-config” ein. Dort stellt man die von meinen anderen bekannten Projekten die gewünschten Standards ein (Ländereinstellungen, SSH aktivieren, Console autologin, usw.)
3. Nach einem Reboot öffnet man erneut ein Terminalfenster und aktualisiert den Raspi mit “sudo apt-get update” und “sudo apt-get upgrade”.
4. Installation von Midori und Macthbox durch “sudo apt-get install -y midori matchbox unclutter”.
5. Man erstellt im Home-Verzeichnis des Users Pi mittels “nano” eine neue Datei namens start-midori.sh mit folgendem Inhalt:

#!/bin/sh
xset -dpms # disable DPMS (Energy Star) features.
xset s off # disable screen saver
xset s noblank # don’t blank the video device
unclutter &
matchbox-window-manager &
midori -e Fullscreen -a http://username:passwort@ip-adresse_der_kamera/link_zu_mobile_view

6. Die Berechtigung dieser Datei wird auf “ausführbar gesetzt:  “sudo chmod +x start-midori.sh”.
7. In der Autostart-Datei “/etc/rc.local” wird die obige Datei mittels nano oberhalb von “exit 0” eingefügt. Zusätzlicher Inhalt “sudo xinit /home/pi/start-midori.sh &”.
8. “sudo reboot”.

Und wenn man alles richtig gemacht hat, funktioniert es einfach!

Ein Stein des Anstosses kann das Angeben von Name und Passwort im Link sein. Ich habe alles vom Internet und vom WLAN getrennt. Von daher müsste sich jemand mit meiner Hardware verbinden, um diese Angaben zu bekommen und damit schlimmstenfalls die Funktion der Kamera zu beeinflussen. Da mein Leben aber nicht davon abhängt, sehe ich dem gelassen entgegen! smiley

Was mir jetzt noch fehlt, ist die Möglichkeit, mehrere Bilder nebeneinander auf dem Bildschirm anzusehen. So würde ich gerne ein zweites Bild mit dem zuletzt erstellten Video in einer Schleife anzeigen lassen. Versuche mit “MotionEye” sind geplant. Vielleicht ist es das Richtige für mich?