HiFi-Player


Version 1

Gleich am Anfang der Hinweis, dass ich inzwischen ausschließlich XBMC nutze!

Dieser Raspberry soll MP3-Dateien von einem NAS (oder USB oder als Webradio) abspielen. Aus verschiedenen Gründen ist die Quelle eine SSD und das Ziel ein USB-DAC* geworden.

Wichtig ist noch der Hinweis, dass ich kein Freund der ständigen Erreichbarkeit bin und ein Handy oder Tablet für mich nicht als Fernbedienung einer entspannenden Musik in Frage kommt!

Nachdem mein Raspi-Gottesdienst-Liveplayer (siehe Streamingclient) wegen zu vieler Schwächen zeitweise auf Halde gelegt wurde, brauchte ich unbedingt ein Erfolgserlebnis bei diesem Projekt, an dem ich auch schon seit ein paar Wochen gearbeitet hatte. Gedacht war der Ersatz des energiefressenden Tower-PCs als MP3-Player gegen einen süßen kleinen Raspberry. Dieser hat lediglich die Aufgabe, MP3-Dateien (oder Waves) in guter Qualität von einem NAS über einen USB-DAC zu meinem alten Class-A-Verstärker mit angeschlossenen Yamaha-Boxen zu transportieren. Klingt doch einfach, oder? Die Bedienung sollte mit meinem iPod oder mit meinem Android-Tablet möglich sein.

Ein wichtiger Schritt war die Entscheidung des passenden Betriebssystems namens “RaspyFi” (vermutlich “Raspberry” + “HiFi“), was auch unter diesem Namen im Internet zu finden ist. Dort haben sich viele HiFi-Raspberry-Enthusiasten getroffen, um sich auszutauschen. Da ich an einem Punkt überhaupt nicht weitergekommen bin, habe ich dort eine Frage im Forum platziert, auf die innerhalb von wenigen Stunden schon vernünftig und in angemessener Weise geantwortet wurde. Was war mein Problem?

Mein Problem war ein mehr oder weniger sporadisches Knacken während des Abspielens von Musik. Bei wave-Dateien über WLAN und auch über Netzwerk war es am Schlimmsten, während das Abspielen von USB-Festplatte oder USB-Stick kein Knacksen brachte. Lediglich, wenn man gleichzeitig den Raspberry mit etwas beschäftigt, wie z. B. das Durchsuchen eines Dateisystems, trat das Knacken noch auf. Einer der Tipps im Forum besagte die Erhöhung des Empfangs- und Sendepuffers bei NAS-Betrieb auf 32768. Das hat es gebracht! Zumindest sind die Knackser dann so selten, dass ich eine Zeit lang damit leben kann.

Wie sieht denn jetzt dieser Raspberry aus?

Die Software habe ich also von Raspyfi.com, wobei sie ein spezielles Raspbian beinhaltet, welches nach meinen Tests nicht upgegraded werden darf um zu funktionieren! Die Installation ist ähnlich, wie ich es in der Seite 2 beschrieben habe. Man kann auch hier über “Raspi-Config” Anpassungen vornehmen, wenn man es möchte. Nach meinen diversen Tests wegen des Knackens und der gefundenen Lösung, brauche ich keine Veränderungen machen, um es zu nutzen. Lediglich die Konfiguration über die Weboberfläche ist zwingend, um überhaupt seine Titel auswählen und abspielen zu können. Da es sich um eine relativ einfache Weboberfläche handelt, funktioniert die Fernbedienung sowohl über “Opera” meines alten iPods, wie auch über “Chrome” meines Android-Tablets und natürlich über die gängigen PC-Browser.

Da man über die Weboberfläche den Raspi rebooten oder herunterfahren (aber natürlich nicht starten) kann, sind keine eigenen Software- oder Hardware-Basteleien nötig. Die zusätzliche Hardware besteht aus einer guten 2GB-SD-Karte und einer USB-DAC-Soundkarte für ca. 50 Euro. Ohne USB-Soundkarte würde der Sound über HDMI abgespielt. Der Analog-Ausgang wäre vermutlich auch möglich, macht aber wegen der schlechteren Qualität wenig Sinn, da es ja um HiFi geht!

Da bei mir die Soundqualität über WLAN mehr als grottenschlecht war, habe ich hier keine Anleitung dafür geschrieben. Diese ist aber auch im Internet unter Raspyfi zu finden.

Ansonsten gibt es nichts weiter! Nachdem ich mich für RaspyFi entschieden und das Knacksen auf einen erträglichen Stand gebracht hatte, ist dieses Projekt ein Selbstläufer! Ich werde jetzt nur noch den Raspberry mit seinem DAC in ein Metallgehäuse bauen, um nicht zu viel Kabelwirrwarr zu haben! Und der bessere DAC (alt Sabre ES9023 + PCM 2706 synchron; neu Sabre ES9023 + SA9023 asynchron) ist inzwischen eingebaut! Die später für MP3-Dateien genutzte USB-Festplatte wurde mittels eines USB-Hub mit externer Stromversorgung angeschlossen. Der Raspberry kann nicht so viel Strom liefern!

Bei der neuen Sabre-U2-Soundkarte erschien mir die Lautstärke zu leise. Diese habe ich mittels eines Befehls von 70% auf 100% hoch gesetzt. Nach einem Reboot war der Wert noch ok. Der Befehl:

$amixer cset numid=4 110 110

wobei die numid möglicherweise bei anderen Konfigurationen unterschiedlich sein kann. Man bekommt sie durch
$amixer contents
heraus. Dort wo etwas von “Volume” steht, steht die passende ID.

Meine Konfiguration (Settings) über die Weboberfläche, die nicht unbedingt Standard waren:
MPD – Port 6600; Gapless mp3 playback no; DSD support no; Volume normalization no; Audio buffer size 2048; Buffer before play disabled; Auto update yes; Mixer type software.

Wer es richtig gut machen will, kauft einen noch besseren DAC, ein qualitativ hochwertiges 5Volt-Netzteil und einen guten USB-Hub. Aber ich höre den Unterschied nicht mehr. Geld gespart – Glück gehabt!  🙂

Hier eine kleine Foto-Session zu dem Thema:

HiFi-Player HiFi-Player HiFi-Player HiFi-Player HiFi-Player Sabre-Dac-U2 ssdGehäuse für SSD und USB-Hub

1. Der Raspberry mit großen Kühlkörpern. Die darunter liegende Platine wurde nach dem Foto angeschraubt und ist lediglich ein Schutz vor Kurzschlüssen im Aluminiumgehäuse. Allerdings mit dem Nebeneffekt, dass dadurch der dicke Kühlkörper an den Deckel des Alu-Gehäuse kommt und vielleicht noch etwas Wärme daran abgibt.
2. Wie 1. und mit dem preiswerteren DAC (Sabre 9023 + PCM2706).
3. Die Teile von Bild 2 in einem edlen Aluminiumgehäuse von PROMA. Da für den Betrieb nur ein Netzteil, ein Netzwerkkabel und ein Audiokabel nötig sind, fehlen die entsprechenden Kabel von Bild 2.
4. Der Abspielvorgang mittels RaspyFi auf meinem Androidtablet. Eine Schutzfolie bringt etwas Schmutz auf das Bild! Deshalb der Name! 😉
5. Das gleiche Tablet jetzt mit der Ansicht einer Playlist vom NAS. Auch mit dicken Fingern zu bedienen! (Wegen Spiegelungen die schrägen Fotos!)
6. Der neue Sabre-Dac-U2 in Asynchron-Technik. Das Ende meines Hörvermögens!
7. Die 120GB-SSD, die meine 80GB-USB-Festplatte ablöst und logischerweise absolut unhörbar ist!
8. Fast zu schade: PROMA-Gehäuse Nummer zwei für die SSD im gebürsteten Alu-Gehäuse und den USB-Hub.

Nachtrag 12.11.2013:
– Ich stelle jetzt gar nichts mehr an der Software über die Konsole ein (nicht einmal die Sprache oder Updates). Es wird nur noch über die Weboberfläche gearbeitet. Dann läuft alles ordentlich, nachdem die MP3-Databases gescannt wurden!
– Ich habe doch noch von NAS auf eine USB-Platte gewechselt. Damit bekomme ich den besten Sound und spare meine Nerven! Die USB-Platte und den USB-Hub habe ich in ein zweites Gehäuse gleicher Bauart eingebaut.
– UPS! Wo der Tower-PC jetzt aus ist, höre ich die USB-Platte. Konsequenz: Ich bestelle eine USB-SSD!
– Ein super Sound! Für mich ausreichend fehlerfrei! Danke an Michelangelo für seine Arbeit an RaspyFi!

Nachtrag 23.11.2013:
Um die Partition zu vergrößern, habe ich einen funktionierenden Artikel gefunden. Vorher ist eine Sicherung der gesamten SD-Karte zu machen!
Anschließend sind folgende Dinge einzugeben:
$sudo fdisk /dev/mmcblk0

d
3
n
p
3
<Enter><Enter>
w

sudo reboot

Nach dem Neustart geht es weiter:

sudo resize2fs /dev/mmcblk0p3
sudo e2fsck -f /dev/mmcblk0p3
df -h

Trotz verschiedentlicher Fehlermeldungen sollte es funktioniert haben: Die SD-Karte sollte jetzt voll genutzt werden können!
ACHTUNG: Genau hinsehen und nicht die Festplatte löschen!

Nachtrag 12.11.2013:
Zum Jahresende 2013 wurde RaspyFi in Volumio umbenannt und um ein paar Funktionalitäten ergänzt. Ich werde also meinen HiFi-Player noch 2013 darauf umrüsten, auch wenn sich die Version als Beta bezeichnet.

Nachtrag 12.06.2014:
Wem die Sache mit der obigen Neupartitionierung zu suspekt ist, der kann entweder das ganz unten in Seite 2 des Streamingclient fdisk-ähnliche Verfahren mit Windows-Bordmitteln durchführen oder sich gparted bootfähig aus dem Internet auf CD oder USB-Stick laden und davon booten. Dann steht eine grafische Oberfläche zur Verfügung, über die man sich eher bewusst ist, welche Partition man gerade bearbeitet. Danke an Hans-Jürgen für den Hinweis auf gparted!

Und wenn gar nichts mehr hilft, dann der Ein-, “Mute-” oder Not-Aus-Taster!

HiFi-Player

Für Nachbauer, hier eine beispielhafte Liste, was ich genutzt habe oder empfehle, mit Preisen aus November 2013.
Ich gehe vom Vorhandensein einer PC-Umgebung mit den nötigen Anschlusskabeln zum Konfigurieren des Raspberrys aus.

Anzahl Benennung Quelle Preis € optional
1 Raspberry Pi V2 512MB Reichelt 39  
1 Kühlkörper für Raspberry Reichelt 5 + 1 LED-Kühlkörper 2 €
1 Netzteil 5 Volt für Raspberry Reichelt 6  
1 SD-Karte >1GB (SanDisk Extreme) Reichelt 10  
1 Soundkarte USB-DAC SABRE9023 + PCM2706 ebay 30 anderen DAC s. o. 50 €
1 NF-Kabel von Klinke 3,5 auf Cinch Reichelt 2  
1 LAN-Kabel 2m Reichelt 1  
1 Platine als Schutz Reichelt 0 1 €
1 Gehäuse nur für Raspberry Reichelt 5 s. o. PROMA 15 €
  Zwischensumme der nötigsten Teile   98 131
         
1 USB-Hub mit Netzteil Logilink Reichelt 7  
1 externe USB-Hardisk >100GB mit USB-Kabel Reichelt 50 SSD+Gehäuse 90 €
1 Gehäuse PROMA Reichelt 15  
  Summe aller Teile   170 243