Yamaha-Minimonitor


Die Geschichte:

2008 hat mir ein technikbegeisterter Freund vier Lautsprecherchassis geschenkt, die er beim Flohmarkt nach seinen Worten preiswert geschossen hatte. Da ich finanziell deutlich besser gestellt bin, als er, habe ich zwar erkannt, dass er mir damit eine besondere Freude machen wollte, aber dass diese sehr gebraucht aussehenden Chassis einen höheren Wert haben sollten, hatte ich nicht erkannt. So habe ich sie erst einmal fast zwei Jahre in der Garage liegen lassen.

Yamaha-Chassis von vorne Yamaha-Chassis von hinten

Er hatte mir noch mitgeteilt, dass sie funktional sind und aus Yamaha “FX-3”-Boxen stammen. Im November 2010 habe ich mich dann mehr damit beschäftigt, weil ich jemand anderem von diesem Geschenk berichtet hatte und ich meinem Freund zugesagt hatte, dass er diese Chassis hören kann, sobald ich sie verbaut hatte.

Beim Informieren im Internet fiel ich dann schnell darüber, dass es für derartige Yamaha-Lautsprecher eine große Fangemeinde gab. So fand ich relativ schnell und mehrfach die Info, dass diese Chassis auch in der “NS-1000″ und NS-1000M” verbaut wurden, die immer noch sehr beliebt sind, obwohl sie ca. 1983 gebaut wurden, also schon fast 30 Jahre alt sind. Leider waren die gebrauchten Ersatzteile spärlich bis extrem teuer. Außerdem gefiel mir die alte Form nicht – eine typische Monitor-Musikerbox eben.

Mir fehlten nun noch die Tieftöner und die Weichen, wobei ich mich auf die Tieftöner der “NS-1000M” eingeschossen hatte. Die wurden immerhin selten mal zum Verkauf angeboten. Da diese im Vergleich zum den geschenkten Mittelton- und Hochtonkalotten nur “normal” waren, wurden sie für knapp 100 Euro dass Stück angeboten. Aber das wollte ich gar nicht. Was wollte ich statt dessen?

Erst einmal musste ich mir klar werden, ob ich die Chassis (JA-0526 und JA-0802) behalten wollte oder nicht. Dazu habe ich an einem Nachmittag mal eben schnell zwei Weichen nach Muster der “FX-3” gebaut und die Kalotten hochkant auf Stühle mit Lehne gelegt. Also ganz ohne Schallwand! Egal – es sollte nur ein erster Test werden. Unterstützung im Tiefton bekamen sie durch die Tieftöner meiner Anlage (zwei 22cm Chassis). Leider passte zwar die Trennfrequenz nicht so ganz, aber es war ja nur ein Test. Als Test-CD musste die Manger-Hörtest-CD herhalten. Da ist die Qualität bekannt und die Stücke, die mich interessieren, kannte ich gut. Zuerst musste ich ein bisschen am Höhen- und Tiefenregler drehen, aber irgendwann hatte ich die optimale Einstellung. Dann kam ein Lied mit verschiedenen Instrumentensoli. Wau! Ich hätte mich fast hingelegt! Das war ja klar ohne Ende! Erstmal einen Schritt zurück, damit ich dem Musiker nicht auf den Zehen stehe!

Dann der Vergleich mit meinen “Papiermembranboxen”. Nach ein bisschen Fummelei an den Reglern: “Wer hat denn da den Vorhang vor die Bühne gemacht?!” Tatsächlich! Das klang alles wie durch einen Vorhang oder wie in Watte eingewickelt! Meine schönen 1000 Euro Boxen! Das kann doch nicht war sein! Die Weichen müssen neu abgestimmt werden!

Noch ein Vergleich mit meinen “fast” preisgekrönten Aluboxen: Das war zwar minimal klarer, aber immer noch deutlich entfernt von diesen Dingern, die da auf den Stühlen herum lagen!

Fazit: Die geb ich nicht her!!!

Aber wo verwende ich sie? In der Stube geht es kaum. Dort möchte ich nächstes Jahr etwas mit Surround machen. Da würde ich keine passenden Partner für die restlichen Boxen finden. Außerdem weiß ich gar nicht, ob dieser “klare Sound” in der Stube angesagt ist. Das könnte sogar etwas nerven! Nicht umsonst heißt es manchmal “detailverliebt”! Das klingt nicht nach ermüdungsfreiem Musikgenuss! – Was dann? Wie ich es auch drehe und wende, der nächst wichtigste Raum ist für mich mein Arbeitszimmer, wo die jetzigen Alumonitore stehen. Die müssten dann verbannt werden. Vermutlich ins Gästezimmer. Aber egal! Ich will die Yamahas hören, wenn sie eingebaut sind!

Nächste Frage: Wie groß darf es denn sein? Theoretisch könnte ich eine Standbox in diesem Zimmer aufstellen, aber die zweite wäre äußerst schwierig. Das macht einfach keinen Sinn. Also bleibt nur der Platz, wo die jetzigen Alumonitore stehen. Die sind schon jetzt nicht besonders klein, werden aber locker durch die Yamahas getoppt! Schließlich erreichen die beiden Yamaha-Chassis schon 30cm Höhe und dann kommt noch der Tieftöner dazu! Somit muss der Tieftöner also klein sein aber möglichst weit nach unten spielen, sprich, ich hätte gerne von 40 bis 600 Hz! Und das in einem Gehäuse, was 20 Liter nicht wesentlich überschreiten sollte! Fast unmöglich!

Ich habe bereits für zwei andere Lautsprecherprojekte die Chassis gekauft, aber dieses hat jetzt Vorrang, weil der Spaßfaktor am größten ist!

Das war die Geschichte zu den “Flohmarkt-Berylliummembran-Boxen”! Ab jetzt wird es technisch!