Studio2BR


Bau eines Vergleichs-Lautsprechers

Allgemeines

Zuerst will ich den Begriff Referenz-Lautsprecher so erklären, wie ich ihn hier verstanden wissen möchte, wobei ich diesen Lautsprecher inzwischen nicht mehr so bezeichne:

Ein Referenz-Lautsprecher ist ein Lautsprecher mit dem man andere Lautsprecher vergleichen kann. Dazu halte ich es für notwendig, dass dieser mit möglichst einfachen Mitteln von jeder handwerklich halbwegs geschickten Person mit den üblichen Heimwerkermitteln hergestellt werden kann. Die Teile, die aus diesem Punkt herausfallen, wie die Frontplatte oder die Weiche, können Stand März 2016 relativ einfach beschafft werden.

Der Klang eines solchen Lautsprechers soll möglichst neutral, also verfärbungsfrei sein. Alle weiteren positiven Merkmale, wie zum Beispiel das Herausstellen von Details oder ein tief reichender Bass sind zwar erwünscht, haben aber mechanische und preisliche Grenzen! Wer also einen Lautsprecher mit kräftigen Bässen oder kräftigen Höhen erwartet, braucht nicht weiterzulesen!

Zur Verdeutlichung: Den absolut unübertreffbaren Lautsprecher für alle gibt es nicht!


Entscheidungsfindung

Anfang 2016 hatte ich die Idee einen Workshop für die Bedienung des Messprogramms ARTA mitzumachen. Da ich mit ARTA nicht auf “Du” stehe, aber ein recht gutes vergleichendes Gehör habe, wäre für mich ein “Referenz-Lautsprecher”, also ein Lautsprecher zum Vergleichen, genau das Richtige. Den könnte man dann mittels ARTA von fähigen Leuten prüfen lassen, ob er als Referenz taugt.

Ein weiterer Grund für eine Box ist die Idee, mit diesem Lautsprecher ein paar musikbegeisterte Freunde zu besuchen, um Ihnen den Selbstbau schmackhaft zu machen. Dabei ist vorhersehbar, dass nur der mitgebrachte Lautsprecher als Nachbau in Frage kommt und daher ausreichend Pegelreserven über den gesamten Hörbereich haben muss! Eine Standbox oder ein Subwoofer kommen aber wegen des höheren Gewicht und den größeren Abmessungen nicht in Frage!

Gesucht wird also eine passive Regalbox, die von mindestens 50 bis 20000 Hertz bei -3dB spielt, detailreich uns klanglich unauffällig ist, ein Wohnzimmer beschallen kann und kaum mehr als 500 Euro pro Paar kosten sollte.

Ein Lautsprecher, der von vielen Personen als außerordentlich neutral und gut klingend beschrieben wird, ist die “TAFAL“. Leider ist diese mit ihrem aufwändigen Gehäuse und der Passivmembran nicht gerade einfach nachzubauen. Bei der Passivmembran konnte ich noch auf eine Fertigmembran ausweichen, aber beim Gehäuse durften keine Abstriche gemacht werden, obwohl sogar Tischler bei einer 25mm-Rundung ihre Probleme haben. Da ich aber gerne für solch ein Projekt inklusive Dokumentation das Einverständnis des Erbauers haben möchte und zumindest nicht explizit erhalten habe, entfällt diese Box leider.

Die “Duo-DXT” als Alternative mag ich irgendwie nicht, auch wenn sie ungefähr so gut wie die TAFAL sein soll. An die fleißigen Erbauer meine Entschuldigung für diese sehr subjektive Entscheidung!

Dann kommt irgendeine Art von “Bijou” in Frage, zu der ich auch die “Visamon” rechne, da sie ähnlich einer “Bijou 170” ist. Möglich sind die “normale” Bijou mit AL130 und KE25SC als Bassreflex oder die Visamon mit AL170 und KE25SC als GHP-Bauweise. Die Visamon erfüllt den Punkt der Wohnzimmertauglichkeit und der Detailtreue (in den Höhen) besonders gut, wobei der erforderliche Umbau des Hochtöners für mich nicht in Frage kommt und sie dadurch herausfällt.

Ganz ohne Veränderung kommt möglicherweise die “Studio 2” von Visaton aus, wobei man noch den G25FFL gegen den KE25SC tauschen könnte. Diese Box wäre interessant wegen ihres Waveguides, welches den Übergang zwischen AL130 und G25FFL besonders gut hinbekommen soll.

Dann bleiben nur noch die Bijou und die Studio 2. Der AL130 versieht in meiner HQS-Studioline seit Monaten in unserem 35m² Wohnzimmer seinen Dienst und ist auch bei größeren Lautstärken ausreichend motorisiert. Der wäre also kein echter Schwachpunkt, weder im geschlossenen Gehäuse, noch als Bassreflexbox. Bei den Hochtönern würde ich zwar gerne die KE25SC-Kalotte verwenden, aber auch der G25FFL ist für solch ein Projekt noch gut genug qualifiziert und durch das Waveguide sieht er sehr professionell aus. Am Liebsten wäre mir die Studio 2 mit KE25SC als Bassreflexvariante, was aber eine komplette Neuentwicklung wäre, was ich momentan nicht will.

Daher ist die Tendenz zur Studio 2 mit einem auf 12 Liter vergrößertem Bassreflexgehäuse für verbesserte Bassausbaute. Der Bassreflexkanal wird vorne seitlich angebracht. Alles andere bleibt gleich. Damit bleibt diese interessante Box noch gut reproduzierbar.

Am 05.02.2016 ist die Entscheidung zu Gunsten der Studio 2 als Bassreflexbox gefallen. Diverse Personen im Visatonforum haben mir bei dieser Entscheidungsfindung geholfen. Vielen Dank dafür!

Eine “Doku” für die Box folgt auf der nächsten Seite. Der Aufbau wird aber noch ein paar Monate auf sich warten lassen, da ich nur samstags Zeit zum Aufbau habe.