SchallMy


SchallMy ist ein verfremdetes “Schalmei”, was auf die Nutzung der Lautsprecher im kirchlichen Umfeld hindeuten soll. Es wird mein erstes Projekt mit einem Linearray werden!

Wer zu Linearrays Genaueres wissen möchte, wird reichlich im Internet fündig. Nur ganz kurz:

Baut man eine schlanke Box mit vielen Chassis übereinander, so entsteht eine Bündelung des Schalls, ähnlich wie bei einer Richtantenne mit den Funkwellen. Ist die Anordnung senkrecht, so wird der Hauptanteil des Schalls waagerecht abgestrahlt. Je mehr Chassis, desto größer die Richtwirkung (und desto größer die nutzbare Leistung / Lautstärke). Wenn die Box liegt, gibt es weniger Reflexionen von den Wänden, aber mehr von Decke und Boden. Durch die erhöhte Bündelung verbessert sich die Verständlichkeit von Sprache und die Ortbarkeit des Signals. Optimal wäre es, dieses mit Schalldämpfungsmaßnahmen an den Wänden zu verbinden.

Damit “die Kirche im Dorf bleibt”, wurde ein preiswertes Chassis gesucht, welches als Breitbänder den gesamten Frequenzbereich abdeckt, der in einer Kirche meistens gefragt ist. Tiefe oder kräftige Bässe gehören nicht dazu! Da es in der Zeitschrift Klang & Ton bereits einen getesteten Bauvorschlag mit 25 Chassis gab (02 / 2007), wurde dieser in klein (4 Chassis) vorgesehen. Das genutzte Chassis ist von Visaton, der FRS8M, der ab ca. 10 Euro zu haben ist.

Der Frequenzgang ist nicht ganz glatt und geht von ca. 120 Hz bis 17 kHz bei -3dB. Sollte ein Subwoofer nötig werden, was aber vorerst unwahrscheinlich ist, so habe ich noch einen Versacube in Reserve, der als Partner für diesen Lautsprecher in der Zeitschrift genannt wurde. Und wenn der nicht reicht oder bei der Aufstellung problematisch ist, wird noch einer gebaut! Diese aktiven Subwoofer haben ein gutes Preis-/Leistungverhältnis!

Das Schlimmste an dem Linearray wird der Einbau der Chassis in eine Front sein, da nur wenig “Fleisch” für die Befestigung vorhanden ist! Zitat aus genannter Zeitschrift: “Choleriker sollten vom Eigenbau dieser Box also lieber absehen…”! 😆
Da ich mir eine weiße und unauffällige Optik vorgenommen habe, wäre ein weißes Schallschutzgitter optimal, aber die Beschaffung, das Schneiden und auch das Biegen wären dann die nächsten Probleme! Wenn die schwarzen Chassis sichtbar bleiben dürfen, würden ich dünne Alu-Stangen vor die Chassis setzen, die ausreichend vor putzwütigen Reinigungskräften schützen sollten.

In der Zeitschrift habe ich keine Hinweise auf eine Bassreflexbauweise gefunden, aber da es anders kaum zu diesem Frequenzbereich kommen kann, gehe ich davon aus.

Der Frequenzgang mit der Weiche aus der Zeitschrift (obere Zeile) sieht in meiner Simulation nicht gut aus und deshalb habe ich eine eigene erstellt (untere Zeile). Ob das in der Realität passt, muss sich zeigen!

Eine Krise bekomme ich, wenn ich mir die Leistungsfähigkeit unterhalb von 500 Hz ansehe! Ich hoffe, die Praxis ergibt etwas anderes!


Links ist die Konstruktion meines Testlautsprechers zu sehen. Oben sind die vier Chassis und ganz unten ist das Bassreflexrohr angedeutet. Damit ist die Box größer als geplant. Ob das später bei der “echten” Box so sein wird, steht noch in den Sternen.

Erst wenn die Tests mit den beiden Testlautsprechern positiv waren, folgt die Konstruktion des in der Kirche genutzten Lautsprechers.