Alu-Studio-Boxen


Im Sommer 2007 hat Visaton mit der Zeitschrift Hobby-HiFi einen Wettbewerb gestartet. Bedingung war , dass man mittels eines definierten Bass-/Mitteltöners und eines Hochtöners von Visaton plus Lautsprechersimulationssoftware von Visaton einen Lautsprecher entwerfen und bauen sollte.

Hier möchte ich schon mal den Frequenzgang meiner Abhörbox zeigen, die meinen momentanen HiFi-Monitor ersetzen soll. Auf Grund der leichteren und festeren Membran sollte der Vorteil im größeren Detailreichtum liegen.

Frequenzgang Alu-Monitor

Interessanterweise hatte ich ein ähnliches Projekt bereits mit dem gleichen Bass-/Mitteltöner in Arbeit. Nur der von mir gedachte Hochtöner war von Seas, die einfach bezahlbare Spitze in diesem Bereich sind.

Und hier ein Bild aus Anfang Dezember von den offenen Lautsprecherboxen.

Alu-Monitor-Box offen

Inzwischen wurde die Box in Alu-Studio-Box umgetauft.

Die zu verwendeten Lautsprecher von Visaton sind ein “AL 130” und ein “G 20 SC”. Das Simulationsprogramm von Visaton heißt “BoxSim” und ist momentan Freeware.

Am 13.12.2007 wurden die Fotos der zusammengebauten Lautsprecher plus Text plus Simulationsdatei für den Wettbewerb eingeschickt. Ich werde die Boxen noch lackieren und anschließend die Fotos hier einstellen.

Die Simulationsdatei wird ab dem 16.01.2008 hier veröffentlicht, da am 15.01.2008 Einsendeschluss ist und dann kein Wettbewerbsteilnehmer mehr Veränderungen vornehmen kann.

Meine Ungeduld hat wieder zugeschlagen! Ich habe heute (15.12.2007) auf die Schnelle die Boxen fertig gemacht! Leider hat das einen AL 130 eine Delle in die Alu-Membran gekostet. Aber zum Glück ist es kaum zu sehen und von mir nicht zu hören.

Alu-Studio-Box HiFi-Monitor-Box Papierlautsprecher
Die Alu-Studio-Box (links) gegen die HiFi-Monitor-Box (Mitte) und die Papierbox (rechts).

Die Unterschiede (erster Test):

Meine HiFi-Monitor-Boxen sind tatsächlich irgendwie schlapper und weniger detailreich. Auch im Bass ist weniger los, was aber wegen des geschlossenen Gehäuses auch verständlich ist.

Wie schlagen sich die “Neuen” gegen meine Papiermembranboxen? Gegenfrage als Antwort: Wozu brauche ich eigentlich so große Boxen? Wenn man nicht gerade sein Trommelfell überstrapazieren möchte, bringen die kleinen Neuen praktisch genauso viel Bass, wie die großen, die zugegebener Maßen im geschlossenen Gehäuse arbeiten und deshalb nicht so tief in den Bass kommen, als wenn sie in einer Bassreflexbox arbeiten würden. Wegen des Detailreichtums muss ich noch ein paar Tests machen, aber generell sind die Neuen trotz recht simpler Gewebemembran des Hochtöners sehr ordentlich! Da ist alles so klar! Keiner hat eine Wolldecke im Mund!

Das sind echte Spaßboxen! Dass es noch etwas Besseres geben soll, ist kaum zu glauben!

Die Unterschiede (zweiter Test – nur mit den Papierboxen):

Getestet wurde mit folgenden CDs und DVDs: Manger Hörtest-CD, The Best of Alan Parsons Project, Patricia Barber – Companion, Dave Brubeck – Take five, The Best of Sade, Dire Straits – Brothers in arms, The Police – Greatest hits, The very best of Supertramp und die DVD von den Eagles – Farewell Tour.

Für mich war die beste Qualität in der Manger Hörtest-CD, The Best of Sade, Dire Straits und die Eagles DVD. Insbesondere der Test im Wohnzimmer (35m²) hat so richtig Spaß gemacht! In meinem 8m² kleinen Arbeitszimmer kommt der Sound einfach nicht ganz so gut rüber. Die Raumdämpfung scheint dort größer zu sein. So sind die Höhen vollkommen in Ordnung, die mir im Wohnzimmer noch als leicht überhöht empfunden wurden.

Alu-Studio-Box 02 Im Wohnzimmer wurde dann doch langsam klar, dass die Physik recht hat: Die Standboxen mit den “echten” Basschassis konnten gegenüber den 13cm-Chassis punkten! Und bei den großen Boxen brauchte ich auch nicht so weit “aufdrehen”. Die “Klarheit” ging allerdings voll an die neuen Boxen. Kann sein, dass die auch einfach nur mehr Höhen produzieren. Aber das können sie sauber: Keine Zischlaute! Also genau das, was ich wollte: Ein rundherum gelungener Klang mit vielen Details und zusätzlich reichlich Bass. Den Subwoofer unterm Schreibtisch im Arbeitszimmer kann ich jetzt verschenken!

Alu-Studio-Box 03Und mal so ganz nebenbei: Wer nicht viel Platz in seinem Zimmer hat, ist mit dieser Kombination gar nicht schlecht beraten! Für 400-500 Euro bekommt man Boxen, die für die gute Stube nicht zu schade sind und super klingen! (Inzwischen sind sie mir für mein kleines Arbeitszimmer mit 8qm klanglich fast schon zu groß, da sich im hinteren Bereich des Raumes beim Bass Resonanzen bemerkbar machen!)

Der Nachbau dieser Boxen muss nicht schwierig sein, wenn man auf die Schräge von 10 Grad verzichtet und den typischen rechteckigen “Klotz” baut. Wer richtig pfiffig ist und das Letzte herauskitzeln möchte, der kann durch eine Neukonstruktion als Standbox vielleicht noch mehr Bass herausholen. Nur je mehr Bass bedeutet, je weniger Leistung / Lautstärke, da man den linearen Hub der Membran nicht vergrößern kann. Also Vorsicht bei zu großen Lautstärken! Ein 13cm-Chassis ist kein Basslautsprecher!

Aber ansonsten: Viel Spaß beim Lautsprecherbau!

Ein bisschen auf die eigene Schulter klopfen:
Im Heft von “Hobby HiFi” 02/2008 auf Seite 49 sind meine Boxen neben vielen anderen abgebildet. Wer Ideen zur Gestaltung dieser Boxen braucht: Dort findet man sie! – Der Gerechtigkeit halber möchte ich auch die Zeitschrift “Klang und Ton” erwähnen, die aus meiner Sicht genauso gut ist.

Wer allgemeine Informationen zum Lautsprecherbau braucht, kann mir mailen, sieht sich im Internet um oder holt sich im Zeitschriftenkiosk eine der zwei bekannten in Deutschland erhältlichen Lautsprecherselbstbauzeitschriften.

Nachtrag September 2011:
Nachdem die einfachen Rearboxen “runder” klangen, habe ich noch einmal an dem Klang der Alu-Monitore gefeilt und bin jetzt zufrieden. Hier die aktuelle Weiche:

Weiche aus September 2011

Und hier ist die aktuelle BoxSim-Datei im ZIP-Format.