Acourate


Meine Internetseiten sind dadurch entstanden, dass ich mir selber Dokumentationen z. B. für Rezepte geschrieben habe, weil mein Gedächtnis so schlecht ist. So ist auch diese Minimal-Anleitung für Acourate entstanden. Damit wären dann auch die zwei Punkte erklärt “von” und “für Dummies”!  😉

Ganz im Ernst, ich habe nur die bisher gemachten Schritte aufgeschrieben, um nicht später wieder ganz von vorn anfangen zu müssen. Wer schon praktisch mit Acourate gearbeitet hat, wird sich köstlich amüsieren oder Haarausfall bekommen!

Was ist denn nun dieses Acourate?
Am Besten, ich nenne hier gleich den Link “Acourate.com”. Dort kann man sich schlau machen und bekommt extrem guten Support, wenn man wirklich interessiert ist (Stand Ende 2013)! Den Herrn Brüggemann kann ich sehr empfehlen. Es macht Spaß, wenn man merkt, dass nicht die Dollars in den Augen stehen, sondern dass kompetente Hilfe auch für Leute wie mich gegeben wird, selbst wenn ein Kauf ungewiss ist.

Wozu brauche ich dieses Produkt?
Wer glaubt, eine recht gute Musik-Anlage zu haben, die in Summe im vierstelligen Eurobereich (oder höher) zu Hause ist, und trotzdem noch ein paar Feinheiten am Klang ausbügeln möchte, der könnte hier fündig werden. Es handelt sich jedenfalls um eine Software, die Musikstücke auf die örtlichen Gegebenheiten optimiert ausgibt. Was die Software alles kann, erklärt besser der Hersteller (Linkverweis weiter oben). Es geht aber nicht ins Esoterische, wie vergoldete Kabel, sondern Dinge, die sogar ich noch “erhören” kann! Besonders im Bereich der Anpassung an den Hörraum ist einiges zu machen.

Anfangs wollte ich nur das nutzen, was ich verstehe, aber bei Differential-, Integralrechnung, Fourieranalysen und FIR-Filter habe ich meine Grenzen gefunden. Dann war es mir nur noch wichtig, die Software bedienen zu können, um mein erstes Testergebnis zu erhalten. Das versuche ich hier zu beschreiben. Der Ablauf: Man erstellt zwei Dateien, die man zusammen mit ein bis zwei WAV-Dateien irgendwie nach Acourate schickt. Dann erhält man die korrigierten WAV-Dateien optimiert zurück.

Los geht’s!

1. Die Voraussetzungen, insbesonders bei der Soundkarte, sind erfüllt und die richtigen Einstellungen der Soundkarte für Aufnahme und Wiedergabe sind gemacht. Die Verkabelung stimmt und das nötige Mikrofon ist aktiviert.

2. Die Trial-Software ist heruntergeladen, installiert und gestartet.

3. Um die zwei besonderen Dateien seines Hörplatzes zu erstellen, macht man folgende Grundeinstellungen, wobei ich eine Taktung von 44100 und nicht 48000 gewählt hatte. Der Grund ist, dass ich ausschließlich mit Musikdateien und nicht mit Videodateien zu tun habe. Man stellt also die Samplerate auf z. B. 44100 ein:
Acourate - 01

4. Danach legt man ein neues Projekt an:
Acourate - 02

5. Jetzt wird der LogSweepRecorder gestartet:
Acourate - 03

6. Einzustellen sind der Soundkartentreiber, der Input-, der erste Outputchannel, die Samplerate und die Channelselection:
Acourate - 04

7. “Start Recording”, Ohren zuhalten und ca. eine Minute warten! Der Durchlauf passiert zweimal. Dabei auf brauchbaren Pegel achten (> -30dB und <-5dB). Das Ergebnis sind eine grüne und eine rote Kurve, die als TRI-Dateien im Arbeitsverzeichnis abgelegt werden.
Acourate - 05

8. Damit sind die zwei wichtigen Dateien erstellt und können nach Acourate gemailt werden. Die ein bis zwei WAV- oder FLAC-Dateien, die man Acourate auch zukommen lassen soll, muss man in geeigneter Weise zur Verfügung stellen. Wem nichts einfällt, kann dort vermutlich fragen.

Das war’s! Ich habe dann noch weiter gemacht, bin aber irgendwann auf ein Ende gestoßen, weil es nur eine abgespeckte Trialversion ist. Aber wer will, kann sich das auch antun, um ein Gefühl für die weiteren Schritte zu bekommen.

9. Es wird dann die Kurve 1 ausgewählt und das erste Makro gestartet:

10. Beim Aufruf des zweiten Makros erscheint dieses Bild:

Anfangs ist die Zielkurve eine Horizontale. Die Punkte können mit der Maus verschoben werden.
Man startet mit dem rechten Punkt und setzt ihn erst einmal auf 3.1. Der linke Punkt wird so gesetzt, dass die Ziielkurve unterhalb der Raumkurve liegt. Alles oberhalb der Zielkurve wird korrigiert, darunter nichts. Das Bild zeigt, wie ich es gemacht habe. Das muss aber nicht unbedingt richtig sein!

Dann wird noch ganz rechts das Subsonicfilter bei 15 Hz und HF-Rolloff aktiviert. Der neu hinzugekommene Punkt wird so verschoben, dass die Zielkurve annähernd parallel zur Raumkurve verläuft. Mit dem Punkt HighShelf könnte man noch für etwas Ausgleich der Zielkurve im mittleren Bereich sorgen. Ich nutze diesen Punkt nicht.

Mittels „Save Target“ , „speichern“ und „Exit“ werden die Einstellungen abgespeichert.

11. Es folgt Makro 3:

12. Aufruf von Makro4 ergibt:

Schade! Aber man kann nicht alles kostenlos bekommen!
Der in der Originaldoku angegebene Punkt „Room Special: Test Convolution“ fehlt komplett in der Trial.

13. Nur mal so starte ich den FIR-Player und lade mir eine gute WAV-Datei:

Zum Vergleich kann man auch mal auf die Invertierung schalten, nachdem man auf „Stop“ geklickt hat. Bei mir wurde es allerdings gruselig! Die ganzen Bässe waren futsch! Jemand, der sich mit der Materie auskennt, wird es erklären können. Bei der Target stimmt es jedenfalls noch, auch wenn die nur auf einem Kanal vorhanden ist!

Mehr habe ich nicht getestet.

Ich hatte mir mal wieder einen Anfängerfehler geleistet: Irgendwann hatte ich mal an meiner Box gelötet und das hat sich leider (oder zum Glück) bei der Impulsantwort gezeigt. Das hätte ich gesehen, wenn ich beim Bild in Schritt 7 im unteren Bildabschnitt auf Vergrößern geklickt hätte! So hat mir Herr Brüggemann höflich mitgeteilt, das da noch eine Verpolung vorliegt, die man besser vor der Bearbeitung der WAV-Dateien gerade zieht. Immerhin war ich dann so schlau, dass ich gleich an der Impulsantwort sehen konnte, dass es der Hochtöner rechts war. Das habe ich auch ohne Fourier hinbekommen!

Aber nach dem nächsten Hin und Her der Dateien, konnte ich Herrn Brüggemann nur diese Antwort mitteilen:

Mein Verdacht bestätigt sich: Wer kein verpoltes Chassis bemerkt, der braucht Acourate nicht! 🙂

Der Spruch ist zwar nicht 100% ernst gemeint, aber er deutet schon etwas in die Richtung, die ich sagen will: Wer kein geschultes oder geübtes Gehör hat, dem wird das Preis-/Leistungsverhältnis der Software ungünstig erscheinen. Ich habe durchaus minimale Unterschiede erkennen können, aber da Herr Brüggemann mich fairerweise auch noch auf Reflexionen in meinem winzigen Zimmer hingewiesen hat, die selbst mit dieser guten Software nicht auszubügeln wären, war es für mich klar: Ich brauche diese Software vorerst nicht! (Ich brauche ein größeres Zimmer!)

So muss jeder für sich selber entscheiden, was ihm ein sauberer Klang wert ist!

Wer immer noch nicht genug vom Thema Lautsprecherbau hat, der kann sich an meiner Bauanleitung eines Fast-Referenzlautsprechers satt lesen!