Mein MusicPlayer für die gute Stube

In meinem Wohnzimmer hatte ich nur den Yamaha Media-Player, der zwar immerhin Spotify-Connect konnte, aber für mich als Anti-Handy-Freak, war es zu umständlich immer das Handy ins Wohnzimmer zu holen, nur um Spotify zu steuern! Ein echtes Spotify musste her!

Die bereits vorgestellte Lösung des Musik-Player war genau richtig und das war schon von Anfang an im Hinterkopf. Ich hätte zwar gerne meine „One4All“-Fernbedienung dafür genutzt, aber es war zu aufwändig. Am Ende hatte ich es nicht geschafft, das Program LIRC für den Raspberry so zu programmieren, dass es die Befehle meiner Fernbedienung (Emulation einer Yamaha-Fernbedienung) ausgeührt hatte. Als XBOX-360 hätte es funktioniert. Aber auch dann wäre die Bedienung recht schwierig gewesen, wenn man sich damit durch die Spotify-Menüs hangeln muss.Außerdem wäre es noch mehr eine Bastellösung geworden, da die IR-LED an die GPIO-Pins des Raspberry hätten angelötet werden müsen.

Aktuell nutze ich eine Fernbedienung VCR-1100, die unter anderem von Hama verkauft wird. Sie beteht aus einem IR-Empfänger, der über USB angeschlossen wird. Es funktioniert sofort, ohne Treiber und ohne Einstellungen beim Raspberry oder in Volumio! Sein Geheimnis: Es wird Maus und Tastatur simuliert! Dafür muss ich nun die zugehörige Fernbedienung griffbereit haben, was ich als einzigen Nachteil ansehe.

Da ich ein ganz schlechtes Gedächtnis habe, wollte ich schon seit über 20 Jahren ein Display haben, was mir Interpret und Titel anzeigt. Wie man bereits gesehen hat, ist es Bestandteil vonVolumio, sofern ein Display vorhanden ist. Mein 7-Zoll-Display war aber selbst bei 10 cm Entfernung zu klein für mich, so dass ich testweise einen 24-Zoll-Fernseher mit HDMI-Eingang genutzt habe, den ich noch übrig hatte. Das reicht dann sogar aus 3 Metern Entfernung und sogar für mich!

Wegen des etwas niedrigen Standfusses ist die Höhe etwas zu niedrig, um die unterste Zeile sehen zu können, aber die trifft man trotzdem recht gut.Wer neugierig ist und wissen möchte, was da noch zu sehen ist: Oben ist mein Billig-Röhrenverstärker Gemtune GS-02. Darunter von links nach rechts: Fernbedienung VCR-1100, Raspberry PI 3B im Holzgehäuse, ein duneklroter, fast unsichtbarer IR-Empfänger der Fernbedienung, Yamaha Media Player WXC-50, SMSL SA-50 Verstärker für den Tiefbass.

Ich habe allerdings gerade ein 10 Meter langes HDMI-Kabel bekommen, was ich mit meinem großen Fernseher getestet habe. Vielleicht ist das die bessere Alternative!

Das 49-Zoll-Fernsehbild wurde nicht optimiert. Vermutlich reicht es, “disable_overscan=0” einzutragen (siehe weite unten), um keine „Verluste“ am Rand zu haben. Unter dem Fernseher ist meine selbstgebaute Soundbar, die wuchtiger aussieht, als sie klingt. Aber bei mir geht es mehr um Qualität, als um Lautstärke.

Wer immer noch nicht genug hat, hier die leicht veränderte Kurzfassung des vierten Beitrags, passend für das obige Projekt.

 

Voraussetzungen

Ein funktionierender Verstärker mit Lautsprechern. Für den Musik-Player wird ein Stereo-Cinchkabel zum Anschluss an den Verstärker benötigt, wie auch eine freie Steckdose und ein Internetanschluss, über den Spotify gehört werden kann, wobei es ein kostenpflichtiger Spotify-Account sein muss.

Hardware

Raspberry Pi in der Version 3 oder 4 (wegen integriertem WLAN), zugehöriges Netzteil, schnelle SD-Karte > 4GB, HiFiBerry-Soundkarte mit Cinchausgängen und Montagematerial, dazu passendes Gehäuse, Monitor, IR-Fernbedienung VCR-1100.

Software

Volumio-Image. Software zum Installieren des Volumio-Images (Imager oder Win32Diskimager).

Konfiguration

Für einen Betrieb ist nach der Installationsphase, wo der DAC und das WLAN angegeben werden, nichts weiter nötig.

Im Folgenden sind die Begriffe “Einstellungen” oder “Settings” austauschbar.

Spotify: Plugin installieren (nicht Spotify-Connect), aktivieren und die Anmeldeprozedur bei Spotify bis zum Ende durchführen.
Hintergrund: “Einstellungen”, “Aussehen”, “Hintergrund”.
Zum Menüstart: oben links auf Volumio klicken.
Schwarzer Rand: Mittels PUTTY muss man in der Datei “/boot/config.txt” den Eintrag “disable_overscan=1” machen.
Größere Zeichen: Sowohl auf dem optional angeschlossenen Monitor, wie auch im Browser Deines PCs, hält man <Strg> und drückt zusätzlich entweder auf “-” oder “+”, um die Größe zu verändern. Solange im Raspberry die Tastatur noch auf Englisch eingestellt ist, muss man dort <Strg> halten und entweder “?” oder daneben das “`” drücken.