Musik-Player „old school“

Schon bei der großen Überschrift „Musik-Player für alt und jung“ hatte ich bewusst zuerst „alt“ genannt, weil die jüngeren Leute Handys vorziehen werden und somit weniger Interesse für den Player haben dürften. Nun taucht ganz plötzlich und unerwartet noch ein weiterer Grund dafür auf, dass besonders ältere Menschen, die aus irgendwelchen Gründen das Handy nicht nutzen möchten oder können, eine wirklich einfache Möglichkeit brauchen, um ihre Musik hören zu können. Dazu kam, dass die musikalische Auswahl für diese „Randgruppe“ immer mehr eingeschränkt wird. So bekam ich einen Anruf, dass jemand seinen Lieblingssender nicht mehr auf die gewohnte Art hören konnte, weil dessen Musik aus dem Hörgeschmack der wichtigen Musikhörer herausfiel.

Natürlich bekommt man fast alles im Internet serviert und einiges sogar kostenlos. So auch diesen einen Radiosender. Aber für Menschen mit körperlichen Einschränkungen kann die Bedienung eines Handys, um Musik zu hören, schon zu viel sein! Ein einfach zu bedienendes Radio musste her! Die Voraussetzung für meinen Player ist allerdings ein funktionierendes WLAN mit Internetzugang!

Aus anderen Projekten hatte ich noch zwei sehr einfach zu bedienende analoge Radios. In einen davon wurde nun ein Raspberry Pi 3B plus Netzteil eingebaut und genau nach der Anleitung dieses Blogs installiert, wobei ich auf Einstellungen und Plugins verzichten konnte, die mit Monitor, Maus und Tastatur zu tun hatten. Aktuell ist noch die Frage, ob zusätzlich noch ein kleiner Schalter zum Ein- und Ausschalten des Raspberrys installiert wird, um Störgeräusche beim analogen Radioempfang zu eliminieren.

Dieses Radio ist jedenfalls auch für ältere Menschen einfach bedienbar:

Es gibt oben einen Drehknopf für die Schalterstellungen UKW (FM) und Mittelwelle (AM). Dabei wird der Sender mit dem großen Drehknopf eingestellt. Der kleine Drehknopf unten beinhaltet einen Ein-Ausschalter und die Lautstärkeregelung. Oben in der Schalterstellung Aux ist der Raspberry durchgeschaltet und gibt das wieder, worauf er vorher eingestellt wurde. Wer nur einen Sender damit hören möchte, hat es also zukünftig sehr leicht! Es muss lediglich beachtet werden, dass der Raspberry nach jedem Stromausfall ungefähr eine Minute braucht, bevor er loslegt! Beim Ausschalten über den Lautstärkeregler läuft der Raspberry unbeirrt weiter. Die Kosten dieses Stromverbrauchs dürften monatlich einen Euro nicht übersteigen, selbst wenn er dauernd läuft!

Wer mehr als einen Sender braucht, muss sich dann mittels Browser mit der Bedienung von Volumio auseinandersetzen. Das geht leider nicht anders, aber man kann sich Favoriten einrichten, die dann die Nutzung erleichtern. Um die Angst vor der Bedienung von Volumio zu nehmen, hier einige Bilder davon. Bitte nicht am dunklen Hintegrund stören. Der erleichtert die Lesbarkeit. – Es beginnt mit der Startseite von Volumio:

Für Deinen Lieblingssender wählst Du „Internetradio“ und siehst links die folgenden Möglichkeiten. Ich weiß aber, was ich will und nutze oben rechts das Feld „Suchen“ (nicht im Bild). Als Niedersachse suche ich einen Sender mit „NDR“ im Namen smile und finde mehr Sender, als auf einer Seite dargestellt werden können (Bild rechts). Einige dürften wenig verbreitet und fast ausschließlich über Internet zu empfangen sein.

Ein derzeitig etwas unschöner Punkt ist das Inbetriebnehmen des WLANs. Dazu müsste man einmalig ein LAN-Kabel am Raspberry anschließen, wobei die Rückwand des Radios geöffnet werden müsste. Da liegen aber 230 Volt, wenn auch isoliert. Eine Gefahr! (Ich werde auch noch mit Schrumpfschlauch einiges verbessern.) Vielleicht werde ich versuchen, die LAN-Buchse des Raspberrys herauszuführen. Das wäre eine saubere Lösung! Aber ansonsten war’s das!

 

Ein getunetes Radio – eine NEUE Art ALTE Musik zu hören! wink

Nachtrag vom 01.02.2021 (ausnahmsweise):

Nach einer aktuellen Recherche konnte ich feststellen, dass es solche Internetradios ohne Spotify durchaus für ungefähr gleiches Geld ohne Bastelei zu kaufen gibt.  Vor ein paar Jahren war man dabei an einen Streamingdienst gebunden und von ihm abhängig. Das scheint nun eher die Ausnahme zu sein. Recherchieren lohnt sich!