Ein großer Schritt für die Whisper!

Wer sich unter einem Testaufbau nichts vorstellen kann, für den habe ich dieses Foto meines Lautsprechers “Whisper”:

Das war kurz nachdem ich eine neue Weichenversion erstellt und gemessen hatte. Deutlich ist der neue Mitteltöner in der Mitte der Box zu sehen. Der alte Mitteltöner war etwas größer und so musste ich improvisieren. Natürlich gibt es später ein schickeres Gehäuse, in dem Mittel- und Hochtöner von hinten an der Schallwand befestigt werden. Der Tieftöner wird von vorne eingefräst montiert. Dadurch ergibt sich dann eine Laufzeit von der Membran bis zum Ohr, die bei allen drei Chassis sehr ähnlich ist. Es gibt Menschen, die das hören können!

Um eine gute Weiche zu erstellen, bin ich bisher folgenden Weg gegangen: Zuerst simuliert man in Boxsim grob eine passende Weiche. Da ich nur ein Chassis hatte, welches Boxsim von Haus aus mitgebracht hatte, waren die anderen beiden “gewürfelt”. Eines hatte aber gut gepasst, was sich später herausgestellt hatte.

Nachdem nun diese allererste Weiche getestet wurde, war der Frequenzgang sehr chaotisch. Durch verschiedene Versuche habe ich immerhin nebenstehenden Frequenzgang erreicht. (Unterhalb 300 Hertz ist der Frequenzgang falsch. – Die Messung wurde ohne Pegelkalibrierung durchgeführt.) Ich habe dann versucht, bei gleicher Weiche die Chassis in Boxsim auszutauschen, bis ich annähernd den nebenstehenden Frequenzgang hinbekommen hatte. Nun konnte ich mittels vieler BoxSim-Simulationsversuche schon recht genau eine Weiche entwickeln, die dicht am Optimum liegen würde. Das sollen die folgenden Bilder zeigen:

Oben links ist der simulierte Freuquenzgang der “optimalen” Weiche zu sehen. Der tatsächliche Tieftöner sollte noch ein paar Hertz tiefer gehen. Die Impedanz ist mit 3,2 Ohm gerade im 4-Ohm-Rahmen. Wegen nur geringer Impedanzspitzen wird für die Verwendung von Röhrenendstufen nichts unternommen. 85 dB sind für solch kleine Chassis ein sehr guter Wert, wobei aber dringend auf die zulässige Leistung geachtet werden muss! – Die Phasenlage (rechtes Bild) ist in den Übergangsbereichen überaus gut, wenn es denn in der Praxis genauso aussieht. Aber das können nur die wenigsten hören, sofern die Phase nicht gerade um 90 Grad springt.

Links oben ist die Archillessehne dieses winzigen Lautsprechers zu sehen: Unter 100 Hertz sollten es weniger als 5 Watt am Tieftöner sein! Und selbst bei 1 kHz können mehr als 15 Watt den Mitteltöner schroten. Trotzdem sind die erreichbaren Lautstärken im Nahfeld (1 – 2 Meter) auf Dauer gehörschädigend! – Die Frequenzgänge unter Winkel sind vollkommen normal und damit ok.

Das rechtsstehende Bündelungsmaß steht stark in Beziehung zum Energiefrquenzgang des ersten Bildes und den gerade gesehenen Frequenzgängen unter Winkel. Alle sagen etwas darüber aus, wie stark die jeweiligen Chassis bündeln und wie der Frequenzgang bei einem bestmmten Winkel aussieht. Bei dieser Box ist das Einwinkeln der Box auf die Ohren vermulich die beste Idee, um den gesamten Frequenzbereich mit ausgewogenem Pegel zu hören.

 

 

Mit diesen zwei bunten Bildchen habe ich noch Nachholbedarf im Wissen und gebe sie nur für Personen wieder, die damit etwas anfangen können.