Unter „Dänische Ufos“ kann sich vermutlich niemand etwas vorstellen, aber hätte ich den richtigen Namen genommen, wäre es nicht viel besser:

Aebleskiver

„æbleskive“ ist Dänisch und heißt Apfelscheibe. Hier geht es um ein typisch dänisches Gebäck, wo Apfelstückchen in eine Teigkugel eingebracht und letztere mittels einer Spezialpfanne gebacken werden. Natürlch eignen sich auch andere Dinge zum Füllen, aber wir haben erst einmal mit einem Rezept aus einer großen Backsendung angefangen. Es war ein erster Versuch und so sind die Ergebnisse noch nicht optimiert. Es war ein bisschen „wild“, was sich in unordentlichen Arbeitsflächen und einer später nicht absolut sauberen Pfanne widergespiegelt hat. Sorry dafür! (Sogar der Abwasch war „wild!“)

Für ca. 24 Ufos:

3 geschmackreiche Äpfel
20g Butter
1 Prise Salz
1 flacher Tl. Zimtpulver
1 Pkg (1 Tl.) Zitronenextrakt
20 g brauner Zucker
3 Tl. Stärke (Malzena)
70 g Rumrosinen


150 g Weizen-Mehl 450
280 ml Buttermilch
1 Prise Salz
2 Tl. weißer Zucker
2 große Eier
1 Pkg. (1 Tl.) Natron
50 g Butter


1 EL. Puderzucker (optional)

Rezeptteil 1:

Die Äpfel werden gewaschen und geschält. Dann werden aus dem essbaren Teil kleine würfelförmige Stückchen geschnitten: ca. 5 bis 10 mm groß. Diese gibt man in einen (Metall-) Topf zusammen mit der Butter, dem Salz, dem Zimt, dem Zitronenextrakt und dem Zucker. Diese Mischung leicht kochen lassen und dabei umrühren, damit nichts anbrennt. Wenn die Butter geschmolzen ist, dreht man die Hitze auf ein schwaches Köcheln herunter und gibt die Stärke und die Rumrosinen hinein. Nach 3 Minuten und etwas Umrühren stellt man die Mischung zum Abkühlen zur Seite.

Rezeptteil 2:

Von den Eiern wird das Eiweiß zusammen mit dem Zucker in einen kleinen Topf gegeben, wo man mit dem Mixer, der mir auch als Knetmaschine dient, und zwei geeigneten Aufsätzen daraus einen steifen Schaum schlägt. Mit einem Schneebesen war mir das zu mühsam. (Mein erster Eiweißschaum!)

Die Butter wird in einem kleinen (Metall-) Topf geschmolzen und darf danach abkühlen. Die beiden übriggebliebenen Eigelbe werden mit der Buttermilch vermischt. Dann gibt man das Mehl, das Natron und das Salz in ein großes Sieb und lässt das gesiebte Gemisch in einen (Kunststoff-) Topf fallen. Das Eigelb-Buttermilchgemisch wird langsam dazu gegeben und dabei mittels Knethaken vermengt, bis der Teig glatt ist. Nun gibt man noch die abgekühlte Buttersoße hinzu und vermengt alles noch einmal. Jetzt ist es Zeit, den Eiweißschaum langsam und vorsichtig darunter zu rühren. Wenn das erfolgt ist, füllt man zum ersten Mal den Spritzbeutel mit diesem Teig, wobei ich den Spritzbeutel nur halbvoll gefüllt habe, um besser damit hantieren zu können. (Mein erster Versuch mit einem Spritzbeutel!)

Die Spezialpfanne wird kräftig aufgeheizt und bekommt die erste Füllung, wobei jede Mulde ca. zu drei Viertel gefüllt wird. Nach ungefähr einer Minute ist der Muldenrand soweit gebacken, dass man ihn vorsichtg mit zwei dünnen Holzstäbchen an einer Seite hochheben kann, worauf die Teigmitte ausläuft (Foto links, sorry wegen der Unschärfe) und damit Platz für die Füllung macht, die man schnell mit einem Teelöffel hinein gibt. Darauf wird die hochgehobene Halbkugel zügig ganz herumgedreht, so dass die bereits gebackene Hälfte nach oben zeigt. Der ausgelaufene Teig bildet die untere Hälfte und darf nun auch fest und leicht braun werden. Eventuell muss man noch ein bis zwei Mal drehen, bis die „Kugel“ (=Ufo) gleichmäßig gebräunt ist. Dann wird sie herausgenommen und zum Abkühlen abgelegt. Das macht man auch mit den anderen gefüllten Mulden. Die leeren Mulden werden wieder mit Teig befüllt und die Sache geht von vorne los, bis der gesamte spritzbare Teig verbraucht ist. Hier sollte hin und wieder eine kurze Reinigung der Mulden mittels Küchenpapier eingeschoben werden. – Wer sich gerne die Pfanne kräftig einschmutzt und die Mulden bis zur Oberkante mit Teig füllt, bekommt als Belohnung keine Ufos, sondern richtig runden Kugeln!

Rezeptteil 3:

Zum Schluss habe ich noch meine Pulverzuckermühle aktiviert und alles großzügig eingestreut, so dass es fast wie eine Winterlandschaft aussah!

Achtung: Die von uns verwendete Gusspfanne hat einen Gussgriff und dieser ist ungefähr genauso heiß, wie die Pfanne!

Die Beschaffung der Pfanne ist noch ein paar Worte wert. Während der Backsendung hatte ich mir bereits eine Pfanne ausgesucht, die für unser Ceranfeld geeignet gewesen sein sollte und grundsätzlich gut bewertet wurde. Die habe ich mir gedanklich gespeichert und wollte kurz vor dem Schlafengehen entscheiden, ob ich diese kaufe. Daraus wurde nichts! Als ich nur ein paar Stunden später die Pfanne bestellen wollte, war sie nirgends mehr zu bekommen. Offensichtlich gab es weitere Zuschauer dieser Backsendung! So kam es zu dieser 30 Euro Pfanne aus Dänemark (made in China), wo Ceran nicht genannt wurde und die unten keineswegs plan ist, die aber zumindest beim ersten Mal ihre Sache gut gemacht hatte. Meine Wunschpfanne hätte 50 Euro gekostet. Also habe ich sogar noch Geld gespart! Wie immer: Ansichtssache! laughing

Der Geschmack dieser Ufos: Wirklich lecker! Die Füllung ist schon fast ein wenig zu viel gewesen. Der Teiggeschmack ist dezent im Hintergrund!

Der Kauf dieser Pfanne für 30 Euro war mehr als ok! Das Backergebnis konnte sich trotz erstmaliger Nutzung schmecken lassen! Der Geruch erinnert mich wegen der genutzten Butter zwar doch noch schwach an Frittierfett, aber vielleicht bin ich da etwas empfindlich. Da ist noch Platz für Optimierungen beim Rezept.

Eine Apfel-Marmelade als Füllung ist bei meinem ersten Backversuch immer wieder ausgelaufen. Somit scheint Marmelade als Füllung nicht geeignet zu sein!

Erkenntnis vom dritten Advent: Eine fertige Rote-Grütze-Mischung mit einem Hauch zusätzlicher fertige Vanillesauce war ebensowenig geeignet! Eine selbstgemachte Mango-Apfel-Zimt-Mischung war besser, aber bei unserem zweiten Versuch gab es kaum vorzeigbare Ergebnisse. Sofern der Teig überhaupt geschlossen war, war es eher die Form eines Knuddelkissens! Ob die Pfanne nur beim ersten Versuch funktioniert? Auf jeden Fall wurden im Rezept Butter und Zucker nach unten korrigiert und auf den Puderzucker komplett verzichtet, um davon mehr essen zu dürfen!

 

Weitere Ideen für Füllungen:

– eine Abart meines Chili-Frucht-Dips mit Mango, Litchi, Ananas, Chili.
– Nougatcreme mit Haselnusskrokant.
– Thaimett bei ungesüßtem Teig.
– Pizzastyle bei ungesüßtem Teig.