Mit Chilis durchs Jahr


Chilikeimlinge 2010

Dezember des Vorjahres bis Mai

Das ist die typische Zeit der An- oder Aufzucht. Informationen dazu finden man in meinen Tipps zum Thema Zeit oder auch in einer meiner Anzuchtanleitungen (mit Sonnenlicht oder mit LEDs).


Mai bis Oktober

Ganz viel Licht, viel Wärme (nie unter 5 Grad!), leicht feuchte Pflanzen- oder lockere Blumenerde ohne nasse Füße und einmal im Monat etwas Dünger nach Vorschrift. In unseren Breiten macht es nur Sinn, wenn man die Chilis in Töpfe verfrachtet. Je größer der Topf, desto größer und gesünder die Pflanze! Die ersten vier Wochen noch nicht ganztägig in die Sonne stellen, sonst bekommen die Blätter Sonnenbrand!

Vorsicht! Ein leichter Frost reicht um die Pflanze zu killen!

Dafür sind aber Wind und Regen nicht ganz so interessant. Chilis sind etwas robuster, als Tomaten.

Nachdem der Langzeitdünger seine Wirkung verloren hat, gibt es jetzt alle zwei Wochen den Dünger „Hakaphos rot“ mit 0,1% (fördert die Blütenbildung) oder weiterhin Langzeitdünger.

Die Ernte der Chilis kann zwar auch im unreifen Zustand erfolgen, aber sinnvollerweise lässt man die Chilis reifen, bis sie ihre endgültige Farbe erreicht haben (häufig rot) und sie außerdem relativ einfach, aber nur ganz leicht zusammenzudrücken sind. Spätestens wenn ihre Haut runzlig wird, sollte man sie ernten.

Im letzten Quartal des Jahres gibt es keinen Dünger mehr. Außerdem wird es jetzt nachts sehr kühl, so dass es bei unter 5 Grad Sinn macht, die Pflanzen in ein Gewächshaus oder nach drinnen an einen hellen Platz zu holen. Besonders Rocotos brauchen noch mehr Zeit zum Reifen. Das kann sich auch noch bis in den Dezember hineinziehen!

Wer noch im nächsten Jahr etwas von den Früchten haben möchte, kann die mit dünnem Fruchtfleisch (beispielsweise Thai-Chilis) trocknen. Alle Chilis lassen sich aber auch gut einfrieren, wobei sie nur minimal an Schärfe verlieren. Für die meisten Nord- und Mitteleuropäer wird es locker ausreichen!

Letzte Ernte 2011Die dicken Dinger auf dem Foto sind übrigens Rocoto Peron, die als Ausnahme (wie alle Rocotos) schwarze Samen haben. Und mit Schärfe 8 ist sogar meine thailändische Frau zufrieden!

Nicht vergessen: Für das nächste Jahr braucht man wieder Samen! Also dünne Einmal-Handschuhe angezogen und gleich aus ein paar wirklich reifen Früchten (vorher ein bis zwei Wochen im Schatten liegen lassen) die Samen entfernt und von Fruchtfleischresten gesäubert. Diese sollte dann mindestens zwei Wochen auf einem Küchenpapier trocknen. Danach kann man den Samen in beschrifteten Tütchen so weglegen, dass er nicht schimmelt, also trocken, kühl und dunkel.


November und Dezember (Überwinterung)

Das Überwintern von Pflanzen erfordert etwas Geschick und ist meistens unnötig, da die Aufzucht durch Samen recht einfach gelingt. Wer dann doch mal Versuche machen möchte und sich ein paar Tierchen eingefangen hat, den kann ich trösten: Ich habe seit Oktober 2011 “Schädlingsfrei Calypso perfekt AF” immer wieder mal im Einsatz und es hat geholfen! Ob es so gesund ist, wie erhofft, kann ich nicht sagen. Vorsichtige spülen stattdessen Ober- und Unterseiten der Blätter mit Seifenlauge ab. Das “Calypso” funktioniert sogar auf jungen Keimlingen ohne sie zu zerstören, wenn man nicht mehr nutzt, als vorgegeben.

Generell ist Überwintern gut möglich, wenn es sich um einen Platz mit viel Licht und nicht zu trockener Luft handelt. Es hilft, ein- bis zweimal wöchentlich die Luft mit einer Sprühflasche zu befeuchten! Die Temperatur darf zwischen 10 bis 20 Grad haben. Welche Sorten tatsächlich nur einjährig sind, darüber streiten sich die Gelehrten! Probiere es einfach selber aus!


Lagerung

Die Lagerung reifer Chilis kann entweder durch Trocknung oder mindestens genauso gut im Gefrierfach erfolgen. Beim letzteren Verfahren riskiert man keinen Schimmel, wobei es aber immer einwandfreie Früchte sein müssen! Bei Bedarf gibt man die eingefrorenen Chilis später in gewünschter Menge kleingeschnitten ins Essen. Das Kleinschneiden gelingt besser vor dem Auftauen der Chilis, also sofort nach Entnahme aus dem Gefrierfach! Allerdings geht beim Entfernen der Samen auch die Plazenta mit ihrer Schärfe in den Müll, was für eine teilweise stark verminderte Schärfe sorgt! Daher bei eingefrorenen Chilis, wenn möglich, den Samen mit nutzen!

Einmalhandschuhe können bei der Verarbeitung nicht schaden und Brillenträger sind eindeutig im Vorteil. Händewaschen ist gut gemeint, hilft aber kaum, wie auch das Trinken von Wasser bei zu viel Genuss! Fetthaltige Stoffe sind zur “Kühlung” am Besten geeignet! Ganz besonders vorsichtig bei Schärfegraden ab 7 und höher! Auch ein kräftiger Husten, besonders beim Erhitzen der Chilis, ist nicht selten! Da hilft nur kräftig lüften!

Rezepte zur Verwendung von Chilis sind seit 2018 vermehrt von mir erstellt worden, allerdings mehr beim Thema Soßen. Meine beiden gelungensten Soßen mit Chilis sind die

scharfe, leicht süßliche, orientalisch angehauchte Soße und eine süß, saure, fruchtige Soße. Ansonsten kann man aber sagen, dass Chilis, in gewisser Menge, zu fast jedem Essen passen. Man darf es nur nicht übertreiben!

Noch ausführlicher, als auf meinen Seiten, wird das Thema Chili inklusive Anzucht und Verwendung in Büchern und auf weiteren Internetseiten behandelt. Meine Empfehlung für ein deutschsprachiges Buch ist das von Pepperworld und ist in Weiteres/Quellen/Chilis zu finden.

 

😀  Viel Spaß mit Deinen Chilis!  😀