2 Pure 4 u?

(aktualisiert am 02.01.2020)

Die Idee dazu:

Für meine technikbegeisterte Kirche wollte ich gerne einen guten Studiomonitor zum Abmischen bauen, um dort auf das Hobby mit seinen Vorzügen aufmerksam zu machen. Außerdem war auf dem Deckblatt des Gemeindebriefs unter anderem eine Box abgebildet, die mich an die Yamaha HS7 oder HS8 erinnert hatte.

Wer im Thema steckt, der weiß, dass mit geschlossenen Regalboxen (Größe deutlich unter 25 Liter, Tieftöner weniger als 22 cm Durchmesser) keine 40 Hertz bei -3 dB ohne klanglich unsaubere Tricks machbar sind. Man könnte einen Kondensator in Reihe zum Chassis legen, was aber eine Phasenverschiebung und ein kleines Delay zur Folge hätte. Ein anderer Trick wäre noch, den Tiefbass besonders stark zu verstärken, was aber bei zu kleinem Gehäuse den Bass unsauber klingen lässt.

Mein Kompromiss: Ich habe ein 17cm-Chassis gefunden, was bei 15,5 Litern Gehäuse 55 Hertz bei -3 dB schaffen soll. Man muss dann noch den Leitungs- und Kontaktwiderstand einbeziehen und kommt bei 0,2 Ohm auf 54 Hertz bei 17 Litern. Durch eine Bodenplatte (Schreibtisch) und eine Wand im Rücken wird der Tiefbass leicht angehoben. Wenn ich dann noch ca. 3 dB bei 40 Hertz elektronisch verstärke und oberhalb von 55 Hertz das Signal etwas reduziere, komme ich theoretisch auf -3 dB bei 32 Hertz. Zur Not wäre ich auch mit -3 dB bei 40 Hertz zufrieden, was durch weniger Manipulation locker erreichbar sein sollte. Hierbei geht es nicht darum, etwas nicht Vorhandenes hinzuzufügen, sondern nur darum, den geringfügigen Mangel an Tiefbass etwas zu kompensieren. Auf jeden Fall muss es noch sauber klingen!

Mein Plan ist, dass diese Box besonders im Bass noch sauberer spielen wird, als die Yamaha HS7 mit optisch ähnlich aussehenden Chassis. Meine bestellten Chassis haben das Potetntial dazu, sofern Gehäuse und die geplante aktive Elektronik ebenfalls von guter / hoher Qualität sind. Die Höhen sollten durch ein besser durchdachtes (teureres) Gehäuse noch etwas an Qualität gewinnen. Dass der Preis den der Yamaha übersteigen wird, ist klar, da ich nicht in Massenproduktion gehe. Ob sich der Aufwand überhaupt lohnen wird, liegt wieder einmal im Auge des Betrachters!

 

Der Name der Box:

Pure klingt im Deutschen etwas ungut. Man verbindet „pur“ mit etwas, wo etwas fehlt, damit es gut ist. Im Englischen ist aber eher sauber oder rein gemeint (= ohne irgendwelche Zusätze).
Die „2“ kann bedeuten, dass es sich um ein System mit zwei Boxen handelt. Es könnte aber auch „too pure (for you)“ bedeuten, womit gemeint sein kann, dass manche Leute die Box nicht mögen werden, weil sie unverblümt spielt und das Signal was hinein geht, am Ende genauso (nur etwas lauter) wieder herauskommt. Dabei wird nichts aufgehübscht! Genau das ist beabsichtig und generell bei meinen Lautsprechern eines der wichtigsten Ziele überhaupt!

Ausnahmsweise wurde diese Blogseite nachträglich bearbeitet, besonders weil es mir wichtig war, dass sich einer der beiden folgenden Gedanken zur Namensgebung einprägt:

listen to a pure sound = einem unverfälschten Klang zuhören

Go2Pure = sich auf den Weg zu einem unverfälschten Klang machen

Dass „unverfälscht“ etwas unscharf ist und übertrieben erscheinen mag, ist klar, schmälert aber nicht die anvisierte Qualität dieses Lautsprechers!

 

Für Interessierte hier schon mal die gekauften Chassis als Info, wobei ich darum bitte, mir die Idee zu lassen und nicht in Zeitschriften zu verwenden!

SB Acoustics SB17CAC35-8

Der Tieftöner hat ein besonders hohes Qts bei niedriger Resonanzfrequenz und passabler Membrangröße, was nicht so oft anzutreffen ist, da er dann für die gängigen Bassreflexboxen nicht so gut einsetzbar ist. Dass er weiß ist, motiviert mich  dazu, ihn in einer „hübschen“ Box zu platzieren!

27TBCD/GB-DXT

Der Hochtöner ist schon etwas älter und nicht ganz so einfach beschaffbar, aber er hat Qualitäten, die beim geplanten Einsatz kein anderer haben wird. Mit meiner Studio2BR erreiche ich das nur durch ein Waveguide!

Dass bei dem gebogenen Frequenzgang des Hochtöners viel Arbeit angesagt ist, ist mir klar, aber mit meinem MiniDSP wird es gehen. Den Ausschlag zu einer Aktivbox hat allerdings der Tieftöner gegeben. Nur wenn der Widerstand zwischen Verstärker und Chassis klein ist, bekomme ich die Gehäusegröße so klein, wie möglich! Welcher Verstärker es werden wird und wie das gesamte Konstrukt von MiniDSP, Verstärker und Box aussehen wird, ist noch nicht ganz fertig durchdacht. Ich suche noch nach dem passenden Verstärker, der einfach auf die Boxrückwand montiert werden kann, wenig kostet und wirklich gute Werte (Klirrfaktor, Frequenzgang) bei moderatem Preis und gringer Größe bietet. Da ich „Old school“ bin, traue ich dem Einsatz von Bluetooth nicht so recht, was die Qualität angeht und nutze somit old-school-analog-Leitungen zwischen MiniDSP und Verstärkern!

Aus Kostengründen und weil es bisher am Besten in meine vorhandene HiF-Umgebung passt, könnte es wie folgt aussehen:
Der Ausgang meines fernbedienbaren Vorverstärkers (Yamaha WXC-50) geht zum Eingang des MiniDSP, der dicht daneben liegen wird. Vom MiniDSP-Ausgang geht jeweils ein Stereokabel mit beidseitigen Cinchsteckern zum Eingang eines der Stereo-Verstärker (SMSL SA-36A Pro?), der auf je einer der beiden Boxen montiert ist. Vom Verstärkerausgang gehen je ein 2,5mm² und ein 1,5mm² Kabel in die Box hinein an Tiefton- und Hochtonchassis.

Ob es tatsächlich so werden wird?

Demnächst wird dann das „hübsche“ Gehäuse konstruiert…